Als ich vor Jahren in der Stahlindustrie die Arbeit aufnahm, wurde in einer Belegschaftsversammlung diese Zahl genannt: Es dauere pro Kopf etwa zehn Stunden, um eine Tonne Qualitätsstahl zu erzeugen. Als ich Jahre später entlassen wurde, war die Rede von etwa drei Stunden für die Tonne. Es geht um sieben gewonnene Stunden.

Gewonnene Zeit misst man mit der Uhr. Aber nicht die Uhr verlangt, dass dem Erfolg sofort weiterer Erfolg folgen muss. Vielmehr heißt es, dass die Konkurrenz nicht schläft. Und dass deshalb zur Sicherung der verbliebenen Arbeitsplätze noch mehr Zeit gewonnen werden muss. Macht gewonnene Zeit einen Arbeitsplatz sicher und den des Kollegen im Nachbarwerk unsicher? Dann müsste gewonnene Zeit doch die Schlaflosigkeit verringern. Das tut sie aber nicht. Es herrscht das immer Schnellere. Und beim Tanz auf dem Vulkan werden die Füße heiß. 

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