Mit einer äußerst geringen Kriminalitätsbelastung schnitt die DDR im internationalen Vergleich stets sehr gut ab. Ein amtlich verkündeter Tötungsfall auf 100.000 Einwohner pro Jahr lag um mehr als das Fünffache unter der Rate von Tötungsdelikten in der Bundesrepublik. Dem Sozialismus waren Schwerstverbrechen offiziell fremd.

Als das DFF vor 50 Jahren – am 27. Juni 1971 – den „Polizeiruf 110“ startete, waren daher nicht Mord und Totschlag, sondern Einbruch, Diebstahl oder Erpressung die routinemäßigen Aufgaben für die häufig wechselnden Ermittler. Doch auch die augenfälligen Probleme des Alkoholismus und der Jugendkriminalität waren Themen einzelner Episoden. Actionszenen waren ebenso verpönt wie rauchende, Alkohol trinkende oder nachlässig gekleidete Polizisten. Beraten und beäugt von Vertretern des Innenministeriums und der Volkspolizei legten die Drehbuchautoren Sorgfalt auf die Beschreibung der jeweiligen Täter und deren Psyche sowie auf die Hintergründe der Tat im gesellschaftlichen Kontext. Selbst Diskussionen über Unzulänglichkeiten und Missstände im Alltag der DDR wurden einbezogen.

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