Wer heutzutage in Deutschrap-Playlisten stöbert, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, in einem tropischen Gewächshaus gelandet zu sein. Es wird gesäuselt, geträllert und geschmettert, als hätten Rapper nie etwas anderes gemacht. Singsprechen statt Sprechgesang. Die Songs mit schleppendem Trapbeat zu unterlegen und die Stimme hier, da oder überall per Tonhöhenkorrektur-Software zu verzerren, erhöht ganz offenbar die Chance, in die Musikschleifen der Radios zu gelangen.

Denn während solch echtzeitmanipulierter Gesang im Rapgenre oft in monotones Gejaule kippt, kann ein wohl dosierter Einsatz wahre Wunder bewirken, wie aktuell bei den aufstrebebenden Sängern MAJAN und dem Ex-Rakede-Frontmann Julian Schmit alias Schmyt zu beobachten ist: Die gallertartigen Melodien, für die die Stimme gern denselben Ton umkreist, klingen plötzlich nicht mehr ambitionslos, sondern ausgemergelt – und bieten damit die perfekte Klangkulisse für Herzschmerz, Gegenwartsmüdigkeit und andere intime Themen.

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