BerlinEin schöner Herbsttag. Rutsche, Klettergerüst und Sitzbank sind ganz warm von der Sonne. Meine Tochter schaufelt Sand auf ihr Kleid. Die Freundin lässt ihren Sohn an der Wasserpumpe spielen. Ein viel zu schöner Herbsttag. Früher war es um die Zeit grau und nass. Der Sand war nicht trocken und leicht, sondern kalt und feucht. Aber die Kinder haben Spaß, Wasser und Sand sind ein bisschen wie am Strand. Und bald wird es noch schöner …

„November ist noch Spätsommer, Berlin liegt am Meer.“ Diesen Spruch haben wir einst ins Treppenhaus der ersten Berliner WG gesprüht. Dass er heute am Spielplatz schon wahr geworden ist – so ließe sich ein hübscher Schreibbogen spannen. Aber daran ist nichts mehr hübsch. Mit jeder Szene, jedem Spruch kommt ein innerer Absturz. Der Blick geht zur Spielplatzpumpe: Dort versickert das Wasser im Sand wie all das andere Wasser, was laut WRI (World Resources Institute) in Berlin und Brandenburg zum „Wasserstress“ beiträgt. Die Abstürze werden durch täglich durch neue Nachrichten zum Klimawandel angefüttert: Die Gletscher schmelzen und der Meeresspiegel steigt schneller als gedacht. Berlin liegt also wortwörtlich bald am Meer …

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