Berlin - Lange war ich in Therapie. 2002 wurde meine Sucht erkannt. Ich war erleichtert, nicht dumm oder nur bequem zu sein, denn dafür hatte ich mich seit der Kindheit gehalten. Mein Vater hatte mir immer wieder eindeutig zu verstehen gegeben, was er von mir hielt: Ich sei dick, dumm und gefräßig. Welche Chance bleibt Kindern, über die das Urteil schon gesprochen ist? Die daraus resultierenden Ängste und Zwänge bestimmten mein Leben.

Aber nun gab es endlich eine eindeutige Diagnose für mein Leiden, meine ständigen Ängste – und für das Trinken. 2002 also landete ich auf der Station 10 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin, der Suchtabteilung. Zunächst war ich entrüstet, als dort zusätzlich eine Depression diagnostiziert wurde. Depression? Ich? So ein Quatsch. Süchtig, ja. Aber doch nicht depressiv! So begann er – mein Weg in die angestrebte Heilung. Er sollte steinig und schwer werden.

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