Berlin - Zunächst einmal möchte ich Ihnen danken, dass Ihre Zeitung uns die Möglichkeit gibt, aus dem aktuellen, schulischen Alltag zu berichten. Wenn ich „uns“ schreibe, dann meine ich unsere Lehrkräfte, unsere Schulleitung, insbesondere aber auch unsere Schülerinnen und Schüler. Am Montag war also der erste saLzH-Tag nach den Weihnachtsferien. Ein Tag, an dem unsere Lehrkräfte mit erwartungsvollem Bildungshunger auf die technischen Zutaten schauten, unsere Schulleitung die Speisekarte der möglichen Szenarien der nächsten Wochen durchspielte und unsere Schülerinnen und Schüler am Ende eher Slow-Food-Bildung anstatt Omega-3-reiches Teaching erleben durften.

Vergleicht man die aktuelle Situation der digitalen Möglichkeiten der Berliner Schule im Land Berlin mit kulinarischen Trends, dann sind wir wohl eher bei „Toter Oma“ und Tütenpüree angekommen: Der uns zur Verfügung gestellte Lernraum Berlin, ein mit digitalen Rezepten und Werkzeugen eigentlich gut ausgestattetes „Cookbook“ der digitalen Bildung, lief auf Sparflamme, größtenteils war die Kartusche leer. Lehrkräfte und SchülerInnen warteten ewig auf ihr bestelltes Essen, und als es dann kam, war es kalt oder wenig schmackhaft.

Homeschooling

eine Chance, die Schulen in die Zukunft zu katapultieren. Wie geht es voran mit der Digitalisierung? Wo bleibt die neue Lernkultur? Wie läuft es zu Hause? Die neue Serie der Berliner Zeitung.

Die verantwortliche Sterne-Köchin in der Senatsverwaltung, die nun mal für die kulinarischen Bildungshappen zuständig ist, war nicht zu erreichen. Ihr Laden scheint eher ein Fall für eine Restaurant-Retter-Sendung zu sein. Wir Lehrkräfte durften als KellnerInnen die Wut unserer Kunden entgegennehmen, leider war hier auch mit „Schnaps aufs Haus“ nicht viel auszurichten. Könnten unsere Kunden, die Schülerinnen und Schüler, eine Restaurantkritik für den heutigen Schultag verfassen, wäre unsere Bildungssuppe deutlich versaLzHen.

Alle Artikel aus unserer Serie zum Thema Homeschooling finden Sie hier.


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