Der Begriff Triage war noch zu Beginn des vergangenen Jahres nur in medizinischen Fachkreisen geläufig. Er bezeichnet, wie wir inzwischen alle wissen, den Vorgang der Einteilung von Verletzten nach der Schwere der Verletzungen und war bisher nur im Krieg oder bei Katastrophen von Bedeutung. Aber schon kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie hat er sich, gemeinsam mit den Bildern aus Italien, in unsere Gehirne eingebrannt und ist zum Inbegriff der möglichen Folgen einer schlechten Pandemiepolitik geworden.

Nicht unwesentlich hat das Wort Triage dazu beigetragen, eine hohe Zustimmung für die drastischen Maßnahmen in der Bevölkerung zu erreichen. Obwohl es im Wortschatz der politischen Verantwortlichen wie Gesundheitsminister Spahn oder Justizministerin Lambrecht nicht allzu oft vorkommt. Aber auch unausgesprochen war es jedes Mal, wenn wieder von überfüllten Krankenhäusern, von der Überlastung des Gesundheitssystems oder von Personalmangel in Krankenhäusern gesprochen wurde, ein Appell, den Eintritt dieser Situation um jeden Preis zu verhindern.

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