Es ist erst 16 Uhr. Dunkel liegt die Straße vor mir, als es mehrmals heftig blitzt. Schemenhaft erkenne ich eine Frau, die dort auf dem Gehweg hockt. Jetzt richtet sie sich wieder auf. Es blitzt erneut. Zack. Zack. Mit ihrem Smartphone fotografiert sie den am Fuße einer Linde abgelegten Tannenbaum. An der nächsten Baumscheibe befindet sich ein weiteres Exemplar. Seine Spitze zeigt in die entgegengesetzte Richtung. Er liegt auf der Seite wie ein schlafendes Tier. Ganz still.

So dösen sie vor sich hin und warten auf die Stadtreinigung, die in diesen Tagen unterwegs ist und die Bäume einsammelt. Es blitzt wieder. Die Fotografin schleicht um das ruhende Wesen herum. Interessant. Warum fotografiert jemand im Dunkeln alte Tannenbäume? Man sieht doch gar nichts auf den Bildern? Aber vielleicht ist das der kunstvolle Aspekt dabei. Als die Frau hinter der nächsten Ecke verschwindet, ziehe ich mein Telefon aus der Manteltasche. Ich will mitmachen.

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