Das Arztbewertungsportal Jameda hat ein fragwürdiges Geschäftsmodell

Jameda hat zahlende Kunden, aber auch Nichtkunden werden zwangsgelistet. Daraus entsteht ein Zweiklassen-Portal, wie unser Autor, ein Chirurg, selbst erlebte.

Unter den Ärzten und Ärztinnen mit schlechten Bewertungen findet man bei Jameda überwiegend solche, die keine Kunden des Portals sind.
Unter den Ärzten und Ärztinnen mit schlechten Bewertungen findet man bei Jameda überwiegend solche, die keine Kunden des Portals sind.Imago

Jameda ist das vielleicht bekannteste, aber auch ein umstrittenes Arztbewertungsportal. Betrieben von der Münchner Jameda GmbH, die eine Tochter der Burda Digital GmbH ist, hat Jameda laut Ärzteblatt 65.000 registrierte Kunden und listet fast 280.000 Ärzte und Zahnärzte, die alle von Patienten bewertet werden können. Es liegen nach eigenen Angaben bereits zwei Millionen Bewertungen vor. Als niedergelassener Chirurg in Berlin fiel mir vor fünf Jahren auf, dass auf meinem Jameda-Profil zahlreiche Kollegen der gleichen Fachrichtung aufgeführt waren, die fast alle bessere Bewertungsdurchschnitte hatten. Diese waren, wie ich feststellte, ausschließlich Jameda-Kunden, und durch einen einfachen Klick erfuhr man sofort die Entfernung von meiner zu deren Praxis. Die Portal-Kunden selbst hatten keine konkurrierenden Vergleichspraxen in ihren Profilen.

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