Weil ich keine Wohnung gefunden habe, die ich mieten könnte, habe ich mir eine Wohnung gekauft. In Berlin-Wedding. Zwei Zimmer. Für eine Viertelmillionen Euro. Noch vor zwei Monaten habe ich keinen Handyvertrag abschließen können, weil Banken mir die Bonität eines Wirecard-Managers bescheinigt hatten. Heute habe ich eine Wohnung und bin damit irgendwie auch reich. Das liegt daran, dass ich Freunde habe, die in gefährlich großzügiger Auslegung für meine Bonität gebürgt haben. Nun schulde ich der Bank also ein Vermögen, hab dafür aber auch ein Vermögen erhalten.

Vielleicht ist hier noch ein Wort der Erklärung notwendig, warum ich mich als darbender Schriftsteller auf dieses Wagnis überhaupt eingelassen habe: Ich wohne seit zwei Jahren in Berlin zur Untermiete. Die Hauptmieterin, eine Amerikanerin, ist in die USA zurückgekehrt und versucht jetzt – ich darf nicht ins Detail gehen – ihre Zeit in Berlin so schnell wie möglich zu vergessen. Dazu gehört, dass ich von ihr aus ihre Wohnung übernehmen dürfte. Seit etwa sechs Monaten versuchen wir, die Hausverwaltung zu erreichen, um eine Änderung des Mietvertrages zu veranlassen. Erfolglos. Das einzige Schreiben der Hausverwaltung, das ich im vergangenen Jahr bekommen habe, hat mich über eine Mieterhöhung informiert.

Lesen Sie doch weiter

Erhalten Sie unbegrenzt Zugang zu allen Online-Artikeln der Berliner Zeitung für nur 9,99 € im Monatsabo.

Jetzt abonnieren

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Oder das E-Paper? Hier geht’s zum Abo Shop.