Es war im Oktober 1979. Die Kirchen Europas planten im Rahmen ihrer ökumenischen Organisation eine Vollversammlung auf der griechischen Insel Kreta. Sie wollten in drängenden politischen Zeitfragen Stellung beziehen. Denn es war eine äußerst angespannte Situation, die Zeit der Nachrüstungsdebatte. Dabei ging es um die Stationierung von Pershing-Raketen in Westeuropa, wie sie auch der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt gefordert hatte. Die Pershings sollten eine Gegenmaßnahme gegen die auf Westeuropa gerichteten Mittelstreckenraketen der Sowjetunion, die neuen SS-20-Raketen, sein.

In dieser aufgeheizten Stimmung – man denke an die gewaltigen Friedensdemonstrationen damals – war die Haltung der Kirchen interessant, auch für die sowjetische Propaganda. Ich war damals Redakteur der Tageszeitung Neue Zeit und sollte als Korrespondent an dieser Konferenz teilnehmen. Es wurde eine Dienstreise beantragt. Es würde meine erste Westreise sein, ich würde „Reisekader“ werden.

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