Um zum Jüdischen Friedhof zu gehen, biege ich um die Ecke in die Herbert-Baum-Straße. Viele Menschen wollen auch dorthin oder kommen von da. Ich bekomme schlechte Laune und fühle mich wie eine Bäuerin, der man ihr Land wegnehmen will. Ich weiß natürlich, dass meine Empfindlichkeit unangebracht ist, dass diese Menschen, die zum Friedhof wollen, keine Sonnenanbeter oder Grabschänder sind, nichts wegnehmen sondern einfach nur schauen wollen. Was interessiert sie an diesem Friedhof?

In Weißensee weisen Schilder auf den Jüdischen Friedhof, eine Touristenattraktion. Der Friedhof ist als besondere Sehenswürdigkeit in Berlin gelistet. Weltkulturerbe soll er werden! Aber was ist da zu sehen, was es auf anderen Friedhöfen nicht zu sehen gibt? Eine friedliche grüne und immer grüner werdende Oase in der Großstadt? Mit dunklen Steinen und mitunter einer fremden verblichenen Schrift? Oder die rekonstruierten Grabanlagen mit vergoldeten Lorbeerblättern, Jugendstilornamente eines Familiengrabes, mit erneuerten Schriftzügen?

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