Am 19. Dezember 2020 steht es in den Zeitungen: Die Impfung gegen Corona startet am 27. Dezember. Ich bin frei arbeitender Anästhesist und Intensivmediziner. Im November habe ich auf einer Intensivstation meine erste an Covid-Pneumonie erkrankte Patientin intubiert. Als ich den Beatmungstubus in ihre Luftröhre schob, winkte mir da von unten, einen knappen halben Meter entfernt, ein Covid-Virus lächelnd zu – ich habe nicht zurückgelächelt. Im Gegenteil beschloss ich unter diesem Eindruck, mich alsbald impfen zu lassen.

Aber wo und wann? Ich bin bei keiner der Berliner Kliniken fest angestellt. Die Homepage der Ärztekammer gibt die Möglichkeit an, sich als Impfarzt an die Kassenärztliche Vereinigung zu wenden, bei der Ärztekammer selbst solle man diesbezüglich von Anfragen absehen, heißt es. Am Montag, den 21. Dezember 2020, mache ich mich an das Unterfangen, die Kassenärztliche Vereinigung anzurufen. In der Zentrale hebt niemand ab, unter der Service-Nummer betreut mich als dauerhafter Ansprechpartner der Anrufbeantworter, der zwei Zustände kennt: 1) „Überlastet, rufen Sie später an“, 2) „Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an“. Ich versuche es bei der Corona-Hotline des Gesundheitsamts Friedrichshain-Kreuzberg, und erfahre, ich solle mich doch an die Kassenärztliche Vereinigung wenden, die würden das organisieren. Also zurück auf Start.

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