Es begann damit, dass ich kreischende Sägegeräusche hörte und beunruhigt auf meinen Balkon trat. Von hier aus konnte ich, wie ein Feldherr, ein Areal von circa einem halben Quadratkilometer überblicken, mit einem Kinderspielplatz, einer Brache mit herrlich gewachsenen Apfel- und Kastanien- und Lindenbäumen. Dem Krieg war es geschuldet, und dem Geldmangel der DDR, dass zwischen den ehemals geschlossenen Häuserfronten solche grünen, üppig bewachsenen Lücken entstehen konnten. Aber jetzt sägten sie den riesigen Apfelbaum herunter!

Gnadenlos fielen die großen Äste in die Sträucher um ihn herum. Ich ging nach unten und schrie die Männer an, was ihnen einfiele, den herrlichen Baum abzusägen! Die Herren ließen sich nicht stören und sägten weiter, während sie darauf achteten, dass mir kein Ast auf den Kopf fiel. Ich setzte mich an den Stamm und rief: „Ich bleibe hier sitzen, das dürfen Sie nicht tun!“ Die Arbeiter betrachteten mich mitleidig und steckten sich eine Zigarette an.

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