In der Nacht zu gestern ist ein auf der Trabrennbahn Karlshorst als illegaler Buchmacher bekannter Mann offenbar einem Verbrechen zum Opfer gefallen. Seine Leiche wurde gestern früh in einem Gebüsch auf dem Gelände der Rennbahn gefunden.Wie ein Lauffeuer sprach sich der Leichenfund auf dem Gelände der Trabrennbahn herum. Eine Futtermeisterin hatte den Toten, der gefesselt war und mit dem Gesicht auf dem Boden lag, gegen 6.45 Uhr entdeckt. "Sie dachte, der Mann lebe noch und wollte ihm helfen", so Conrad Zehnpfenning, Chef der 6. Mordkommission. "Der Mann ist jedoch nicht erstochen, erschlagen oder erschossen worden. Wahrscheinlich handelt es sich um einen Raub mit Todesfolge", vermutet Zehnpfenning. Zumindest seien die Hosentaschen des Opfers umgekrempelt gewesen. "So wie es aussieht, erstickte der Mann, nachdem man ihm das Gesicht auf die Erde gepreßt hat", erklärte ein Sprecher der Polizei.Nach ersten Ermittlungen handelt es sich bei dem Toten um den 52jährigen Dietmar H., einem im Hans-Loch-Viertel wohnhaften Zocker, der auf der Karlshorster Trabrennbahn für seine Wettleidenschaft bekannt war und dem illegale Geschäfte nachgesagt werden. "Der hatte 'ne Glatze und einen Schnauzer und trug immer eine schwarze Perücke", erzählt Michael S. Für ihn steht fest, daß das Tatmotiv mit den krummen Machenschaften zusammenhängt. "In dem Metier ist die schnelle Mark zu machen", weiß er. Vermutlich gehe es um Schulden. Obwohl nach seinen Worten "die Reviere fest abgesteckt sind", komme es hin und wieder doch zu Auseinandersetzungen unter "den schwarzen Schafen".Im "Rheinischen Hof", einem Stammlokal von Dietmar H., war man betroffen über den Tod. "Wir haben uns schon gewundert, daß er am Dienstag nicht kam", hieß es. H. soll immer "einen Haufen Geld" bei sich gehabt haben. Auch die Kripo, die das Opfer als "Zocker" einstuft, ermittelt in diese Richtung. Gerüchte, wonach es sich bei dem Toten um einen Stallgehilfen handeln soll, hatten sich als falsch erwiesen. Dagegen scheint der Mordfall Petra Lehmann aufgeklärt. Kripobeamte verhafteten gestern morgen den 33jährigen Michael L. im Flur seines Wohnhauses in Köpenick. Er steht im dringenden Verdacht seine Ex-Freundin in einem 21geschossigen Hochhaus an der Köpenicker Alfred-Randt-Straße 11 erstochen zu haben. "Über Stunden haben wir nicht gewußt, was los ist und warum soviel Polizei im Haus ist", beklagt eine alte Dame im Haus. Sie sah wie am Dienstag abend gegen 22 Uhr die Leiche der 37jährigen Petra Lehmann abtransportiert wurde. Nach Angaben der Polizei hatten Nachbarn die Angstschreie der Frau gehört.Das Drama ereignete sich gegen 17.30 Uhr. Michael L. hatte seine frühere Freundin Petra besucht. Drei Wochen nach der Trennung wollte er sie überreden, wieder zu ihm zurückzukommen. Doch sie lehnte ab, da sie seit Wochen mit einem anderen Mann zusammenlebte. Daraufhin kam es zum Streit. Michael L. zog ein Messer und stach mehrmals zu. Dann verschwand er. Seine Wohnung am Müggelheimer Damm wurde über Stunden observiert, bis die Beamten Erfolg hatten und ihn verhafteten. +++

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.