Zwickau - Zwickau sucht weiter nach einer angemessenen Form des Gedenkens an die Opfer der rechtsextremen Terrorgruppe NSU. Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) sei für ein „nachhaltiges Gedenken“, teilte die Stadt am Montag mit. „Was wir nicht wollen, ist eine Gedenktafel, dass Vertreter des NSU in Zwickau gewohnt haben“, hatte sie dem Radiosender MDR Info gesagt. Man könne nichts dafür, dass sich das Terrortrio ausgerechnet in Zwickau niedergelassen habe.

Findeiß sei aber nicht generell gegen ein Denkmal, betonte die Stadt. Es werde überlegt, an welchem Ort und in welcher Form der Opfer gedacht werden solle, hieß es. Dazu gebe es vor allem im Bündnis für Demokratie und Toleranz eine Diskussion. Diese sei aber noch nicht abgeschlossen.

Findeiß sei gegen Gedenktafeln oder Denkmäler an Orten, wo die NSU-Terroristen gewohnt haben. Denn die könnten zu Anlaufpunkten für Rechtsextreme werden, hieß es. Deshalb sei schon das Haus abgerissen worden, in dem die drei NSU-Mitglieder gewohnt hatten.

Bereits im Juni hatten sich die Zwickauer CDU und SPD gegen eine Gedenkstätte eigens für die NSU-Opfer ausgesprochen. Ein solcher Ort könne auch von rechten Gruppen benutzt oder geschändet werden, hieß es vom SPD-Kreisverband Zwickau.

In Zwickau hatten die Neonazis Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe rund zehn Jahre lang unerkannt gelebt. Dem Trio werden zehn Morde zur Last gelegt. Das durch eine Explosion beschädigte Haus in der Zwickauer Frühlingsstraße, in dem das Trio zuletzt gelebt hatte, wurde abgetragen. (dpa)