Nach heftiger Kritik: Adidas will Kampagne mit Bella Hadid „überarbeiten“

Dass Bella Hadid als Gesicht für den Relaunch der Olympiaschuhe 1972 ausgewählt wurde, stößt auf Kritik von höchster Stelle. Die Berliner Zeitung hat bei Adidas nachgefragt.

Bella Hadid sieht sich Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt.
Bella Hadid sieht sich Antisemitismus-Vorwürfen ausgesetzt.LOIC VENANCE/AFP

Bella Hadid ist das neue Gesicht der Adidas-Kampagne für den Retro-Sneaker SL 72 OG. Doch an dieser Kooperation gibt es scharfe Kritik.

Der Sneaker, den das Model mit palästinensischen Wurzeln bewirbt, wurde ursprünglich für die Olympischen Spiele 1972 in München entwickelt. Die Spiele wurden von einem Attentat am 5. September 1972 überschattet, bei dem elf israelische Athleten von palästinensischen Terroristen ermordet wurden.

Dass nun Hadid zur Werbepartnerin gemacht wurde, sorgte für heftige Kritik. „Die Antisemitin Bella Hadid wurde von Adidas als Gesicht für die Neuauflage der Olympiaschuhe 1972 ausgewählt. Dieselben Olympischen Spiele, bei denen Juden von palästinensischen Terroristen abgeschlachtet wurden“, twitterte die amerikanische NGO StopAntisemitism.

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Und auf dem offiziellen X-Account des Staates Israel war am Donnerstagabend zu lesen: „Adidas hat vor kurzem eine neue Kampagne für seine Schuhe gestartet, um auf die Olympischen Spiele 1972 in München aufmerksam zu machen. Während der Olympischen Spiele in München wurden elf Israelis von palästinensischen Terroristen ermordet. Raten Sie mal, wer das Gesicht ihrer Kampagne ist? Bella Hadid, eine Halbpalästinenserin, die in der Vergangenheit Antisemitismus verbreitet und zur Gewalt gegen Israelis und Juden aufgerufen hat. Sie und ihr Vater fördern häufig Ritualmordlegenden und antisemitische Verschwörungen gegen Juden.“ Ob der deutsche Sportartikelhersteller aus Herzogenaurach irgendeinen Kommentar dazu parat habe, fragte das Social-Media-Team noch.

Die Berliner Zeitung hat bei Adidas nachgefragt und am Donnerstagabend folgende Antwort erhalten: „Die adidas Originals SL72 Kampagne vereint ein breites Spektrum an Partnern, um unseren leichten Laufschuh zu zelebrieren, der vor mehr als 50 Jahren entworfen wurde und in Sport und Kultur auf der ganzen Welt getragen wird.“

Ein Sprecher des Unternehmens weiter: „Wir sind uns bewusst, dass Verbindungen zu tragischen historischen Ereignissen hergestellt wurden – auch wenn diese völlig unbeabsichtigt sind – und wir entschuldigen uns für jegliche Verärgerung oder Leid, die dadurch verursacht wurden. Aus diesem Grund überarbeiten wir die Kampagne. Wir glauben an den Sport als verbindende Kraft auf der ganzen Welt und werden unsere Bemühungen fortsetzen, Vielfalt und Gleichberechtigung in allem, was wir tun, zu fördern.“