Bochum - Da steht ein Mann im orangenen Pulli am Rednerpult – und lässt sich nicht davon stören, dass ihm längst nicht alle zuhören. Irgendwann spricht er mal leicht am Mikro vorbei, aber keiner beschwert sich. Man käme nicht zwingend darauf, dass hier gerade der Vorsitzende den Bundesparteitag der Piraten in Bochum eröffnet, aber es ist ja zum Glück an die Wand projiziert: „Eröffnung durch den Bundesvorsitzenden“. Immerhin, als Thorsten Wirth auf das Thema Ausspäh-Affäre kommt, gibt es etwas Applaus und Stimmung im Saal. „Wir werden uns irgendwann diese Infrastruktur, die jetzt von der NSA durchzogen ist, zurückholen“, verspricht er.

Die Piraten kehren in Bochum wieder stärker zu ihren Anfängen zurück. Am Samstag sind selten mehr als 700 Mitglieder im Saal, viel weniger als auf Parteitagen zu Zeiten des großen Hypes um die Partei. Der Überschuss an computerinteressierten Männern ist wieder erkennbar. Von den zwischenzeitlich neuen Mitgliedern haben viele der Partei wieder den Rücken gekehrt. Unter den Kandidaten für die Liste zur Europawahl unterstreicht manch einer das seit eh und je verschrobene Image der Partei und ihrer Mitglieder durch Sätze wie „Ich bin Hannover-96-Fan, habe aber auch noch andere Identitäten“. Oder auch schlicht: „Ich bin ein Nerd.“

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