In diesem Fast-Food-Restaurant riecht es nicht nach Frittenfett, und die schicke, in moosgrün und beige gehaltene Einrichtung vermittelt einem eher das Gefühl, in einem dieser Mitte-Szene-Lokale zu sitzen. Das am Freitag an der Friedrichstraße eröffnete Bio-Fast-Food-Restaurant Supergood ist 600 Quadratmeter groß und bietet ausschließlich vegetarische Gerichte mit Zutaten aus biologischem Anbau. Schnell soll die Zubereitung trotzdem gehen, mit maximal drei Minuten Wartezeit, wie die Betreiber sagen. Der persische Sternekoch Mansur Memarian, der im Hauptberuf in einem Innsbrucker Restaurant vor der kaiserlichen Hofburg kocht, hat für das Supergood die Rezepte kreiert.So gibt es in dem Lokal neben dem Admiralspalast Burger mit Räuchertofu und Avocadopüree, Pasta mit Sojasugo und Wraps mit Kresse und Frischkäse. "Den Unterschied zwischen einer klassischen Bolognese und unserem Sojasugo merkt man gar nicht", sagt der 33-jährige Memarian, der selber aber auch gerne mal Fleisch und Fisch isst.In den ersten zwei Monaten wird er zwischen Innsbruck und Berlin pendeln, wird hier die Küche und die Rezepte kontrollieren. Um die Spitzengastronomie und deren Auszeichnungen geht es ihm in Berlin nicht. "Mit so einem Lokal wird man keinen Stern bekommen", sagt Memarian, der in Teheran geboren wurde und im Alter von elf Jahren nach Düsseldorf zog. Die Herausforderung bestehe darin, eine Alternative zu den fleischlastigen, nichtbiologischen Angeboten im Fast-Food-Bereich zu schaffen. Memarian begann seine Karriere mit einer Kochlehre in Krefeld. Ende 2005 bekam er als Küchenchef im Jagdhof Glashütte im Siegerland seinen ersten Michelin-Stern. In diesem Jahr kam der Stern in Innsbruck hinzu.Die Idee zu Supergood hatte der österreichische Unternehmer Christian Baha. Er hat sich bewusst für Berlin als Standort entschieden, denn das Restaurant an der Friedrichstraße soll das erste einer großen Kette werden. Noch in diesem Jahr plant Baha zwei weitere Eröffnungen in der Hauptstadt. "In Berlin ist die Aufmerksamkeit für bewusste Ernährung sehr groß", sagt er.Damit die Speisen schnell serviert werden können, greifen die Köche zum Dampfgarer. Vorgekocht wird nichts, auch Fritteusen und Mikrowellen kommen nicht zum Einsatz. Baha hofft auf 700 Gäste am Tag, vorrangig auf Geschäftsleute. Und so hat er im Gegensatz zu vielen anderen Anrainern der Friedrichstraße rein gar nichts gegen das Bürohaus auf dem Spreedreieck. Das ist schließlich Kundschaft direkt vor der Haustür.------------------------------Foto : Koch Mansur Memarian lebt in Innsbruck.