Berlin - Wenn man mit Ingrid Newkirk durch die Straßen Berlins läuft, würde man ihr am liebsten die Augen zuhalten. Es ist ein diesiger, milder Novembernachmittag, das Herbstlaub leuchtet golden. In den Schuhgeschäften der Kantstraße werden Winterstiefel angeboten, in den Möbelläden Ledersitzgarnituren, in den Restaurants Entenbrust, Gänsebraten, Rinderfilet, und die Currywurstbude gegenüber vom Café Einstein heißt „Hasenecke“. Auch das noch.

Man denkt daran, dass Ingrid Newkirk einmal der Stadt Hamburg vorgeschlagen hat, sich in Veggieburg umzubenennen. Und dass sich die Band „Pet Shop Boys“ „Rescue Shelter Boys“ nennen sollte. Ernsthaft. Ingrid Newkirk gilt als bekannteste und radikalste Tierschützerin der Welt. Ein Lederstiefel ist für sie kein warmer Schuh, sondern ein Rind oder Kalb, das brutal gehäutet wurde, ein Indiz für die Grausamkeit der Menschheit. Selbst der kleine Park am Savignyplatz verliert auf einmal seine Unschuld. „Hunde an die Leine“ steht da auf einem Schild, und auf der Wiese ziehen zwei Jungen zwei Ziegenböcke an einem Strick hinter sich her. Es handelt sich um Bronzeskulpturen, was die Sache nicht besser macht. Kunst mit Tieren ist Tierquälerei in Stein gehauen, für die Ewigkeit.

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