In dem sonst eher lauten Mediengewerbe gehört Peter Galliner zu den Stillen, die wenig reden von sich machen. Heute wird Galliner 80 Jahre alt und blickt auf ein erfolgreiches journalistisches und verlegerisches Berufsleben zurück. Der gebürtige Berliner fand vor dem Kriege eine neue Heimat in London, wo er heute wieder lebt. Nach dem Kriege im Auslandsdienst der "Financial Times" tätig, berichtete er nicht nur über den Wiederaufbau Deutschlands, sondern bemühte sich auch aktiv um die deutsch-britische Verständigung.Nach dem Mauerbau holte ihn Axel Springer als Generaldirektor des Ullstein-Verlages nach Berlin. Differenzen mit Springer veranlassten ihn 1964 jedoch, nach London zurückzukehren und die Leitung einer britischen Verlagsgruppe zu übernehmen. Wegen seines Eintretens für die Pressefreiheit wurde er 1975 zum Direktor des Internationalen Presse Institutes berufen, das er bis 1993 führte und zu einer international respektierten Organisation aufbaute. Die Verteidigung der Pressefreiheit und die Unterstützung für verfolgte Journalisten und bedrängte Verlage verschafften ihm großes Ansehen. Von der Bundesrepublik wurde er mit dem Großen Verdienstkreuz ausgezeichnet. Als Gründer des Unternehmens International Encounters veranstaltet er bis heute Konferenzen, die sich mit der Rolle der Medien in der Demokratie, in ethnischen und religiösen Konflikten beschäftigen.