Mit einer neuen Straße könnten im Bezirk gleich mehrere Probleme auf einmal gelöst werden: Der Bereich Altstadt/Dammvorstadt, das ist das wichtigste Ziel, soll vom Autoverkehr entlastet werden. Und die Fans des 1. FC Union, die von der Hämmerlingstraße ihre Alte Försterei im Moment nur über holprige Waldpfade erreichen, sollen dann über glatte, beleuchtete Wege zum Eingang gehen können. Die Pläne für die neue Trasse werden zurzeit im Bezirk erarbeitet. Im Herbst werden sie der Senatsverwaltung vorgelegt, danach werden die betroffenen Anwohner nach ihrer Meinung befragt. "Wir planen ein weiträumiges Umfahrungssystem für die Köpenicker Altstadt, dessen erster Teil die Spreebrücke ist, die gerade von der Straße An der Wuhlheide nach Spindlersfeld gebaut wird", sagt Baustadtrat Dieter Schmitz (SPD). Nun sei man bei Teil zwei der Umfahrung: Eine insgesamt vierspurige Ost-West-Trasse mit Rad- und Gehwegen, die von der Straße An der Wuhlheide abzweigt und dann direkt am Fußballstadion durch die Wuhlheide führt. Die Trasse unterquert an der Straße Am Bahndamm die Gleise und endet zunächst an der Mahlsdorfer Straße am S-Bahnhof Köpenick. "Wir wollen damit den Durchgangsverkehr aus der stark befahrenen Bahnhofstraße herausnehmen", sagt Schmitz. Die Einkaufsmeile Bahnhofstraße ist in fernerer Zukunft sogar als Tempo-30-Zone geplant. Drei Varianten für die Ost-West-Trasse hat der Bezirk geprüft. Ausgewählt wurde die mit den vermeintlich geringsten Umweltbelastungen. "Ursprünglich sollte die gesamte Straße durch das Waldgebiet der Wuhlheide führen, doch dabei hätten zu viele wertvolle Bäume gefällt werden müssen", sagt Schmitz. Deshalb beginne die Schneise durch den Wald jetzt so spät wie möglich. Weil dieser Abzweig zudem durch den Garten des Forstamtes führt, das direkt neben dem Fußballstadion liegt, haben sich Bezirk und Forstamt auf einen "Gebietstausch" geeinigt: Der Förster, der sich an der Alten Försterei ohnehin vom Flutlicht belästigt fühlt, erhält ein neues Grundstück in Grünau. Teil drei braucht noch GeldOb es auf der neuen Straße entlang dem Stadion auch Parkplätze für die Fußballfans geben wird, wie vom Bezirk gewünscht, ist derzeit noch unklar - die zuständigen Senatsbehörden wollen das nicht gestatten. Mit Einwänden von Anwohnern rechnet man im Bezirk in der Straße Am Bahndamm. Die Straße soll verbreitert werden, einige der dortigen Kleingärten müssen dafür weichen. "Aber wir haben genügend Ausweichgärten", verspricht Baustadtrat Schmitz. Wenn alles klappt wie geplant, könnte in eineinhalb Jahren mit dem Neu- und Ausbau der Ost-West-Trasse begonnen werden. Das Geld dafür ist fest eingeplant. Teil drei des Altstadt-Umfahrungssystems wäre dann die Weiterführung der Ost-West-Trasse über die Mahlsdorfer Straße hinaus: Sie soll den Stellingdamm entlangführen, dann nach Süden unter den Bahngleisen bis zum Brandenburgplatz, wo der Verkehr in die Allendestraße mündet. "Dieser Ring und damit eine wirkliche Altstadtumfahrung kommt aber nur zu Stande, wenn der Senat dafür Geld zur Verfügung stellt", sagt Baustadtrat Schmitz. Er hofft, dass dies ab 2005 sein wird.BERLINER ZEITUNG/KATRIN BORN Wuhlheide. Wenn die neue Trasse fertig ist, müssen Autofahrer Richtung Osten nicht mehr durch die Bahnhofstraße. Sie kommen dann an der Alten Försterei vorbei über die Straße Am Bahndamm schnell zum S-Bahnhof.

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