Berlin/Warschau - Die Afrikanische Schweinepest ist nach Angaben der Bundesregierung noch näher an die deutsche Grenze herangerückt. Ein positiv getesteter Wildschwein-Kadaver wurde nach Angaben des Bundesagrarministeriums vom Donnerstag nur 21 Kilometer von der Grenze entfernt gefunden. Insgesamt seien dem Ministerium acht neue Schweinepest-Fälle von den polnischen Behörden angezeigt worden. Ein weiteres mit dem Virus infiziertes totes Wildschwein lag demnach 32 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Bisher betrug die kürzeste Entfernung eines bekannten Falles in Polen zur Grenze nach Deutschland 40 Kilometer.

Afrikanische Schweinepest: Zwei neue Fälle in Polen gemeldet

Nach Informationen der polnischen Zeitung „Gazeta Wyborcza“, die sich auf Angaben der Veterinärbehörde stützt, sollen zwei der neuen Fälle im Kreis Zary in der Woiwodschaft Lebus aufgetreten seien. Die Stadt Zary (deutsch: Sorau) liegt südöstlich von Cottbus (Brandenburg) und nordöstlich von Bad Muskau (Sachsen). Dem Blatt zufolge ist nicht klar, ob die Wildschweine verendet sind oder abgeschossen wurden.

Das polnische Parlament hatte in seiner letzten Sitzung vor Weihnachten eine Gesetzesreform verabschiedet, die den Einsatz von Polizisten, Grenzschützern und Soldaten zum Abschuss von Wildschweinen ermöglicht.

Im Grenzgebiet zu Polen besteht nach Einschätzung des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) vom 23. Dezember ein hohes Risiko, dass die Schweinepest durch wandernde Wildschweine auf Deutschland übergreift. Die Behörden beider Länder stehen dazu im Austausch, nach Angaben der Bundesregierung ist Deutschland auf den Ernstfall vorbereitet. Im Januar soll es in Warschau ein Treffen der Chef-Tierärzte beider Länder geben.

Für Menschen ist die Tierseuche ungefährlich. Die deutschen Bauern sind aber besorgt. Denn beim ersten Nachweis bei einem Wild- oder Hausschwein würde Deutschland den Status als „seuchenfrei“ verlieren, es drohten Exportstopps für Schweinefleisch etwa nach Asien. (dpa)