In Afghanistan herrschen wieder die Taliban, zwanzig Jahre nachdem die USA mit ihren Nato-Alliierten infolge der Anschläge vom 11. September militärisch intervenierten, weil die Taliban den Drahtzieher der Anschläge, den Al-Kaida-Anführer Osama bin Laden, beherbergten. Speziell für diejenigen Afghaninnen und Afghanen, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten als unsere Partner und Verbündete für Werte wie Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte eingesetzt haben, ist das eine tragische und dramatische Entwicklung. Sie fühlen sich verraten und verkauft. Zudem wurden diese Werte selbst herabgewürdigt, dadurch, dass der Westen sie offensichtlich von heute auf und morgen nicht mehr für verteidigungswürdig hielt. Hat der Westen, haben die USA in Afghanistan eigentlich eine Niederlage erlitten? Oder ist uns schlichtweg der Atem ausgegangen?

Almut Wieland-Karimi
Über die Autorin

Almut Wieland-Karimi, geboren 1965, studierte an der Universität Bonn Orientalistik und promovierte an der Humboldt-Universität zu Berlin über die Rolle afghanischer Führer in Afghanistan. Viele Jahre war sie für die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) tätig, unter anderem als Leiterin des Landesbüros für die USA und Kanada mit Sitz in Washington, DC. Eine Repräsentanz der Stiftung baute sie von 2002 bis 2005 in Kabul auf, wo sie Programme zur Förderung zivilgesellschaftlicher und parlamentarischer Strukturen initiierte. Sie ist seit 2009 Geschäftsführerin des Zentrums für Internationale Friedenseinsätze (zif) in Berlin.

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