Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Autobahn A 10 Richtung Hamburg sind am Freitagnachmittag sechs Menschen ums Leben gekommen. Es handelt sich um drei Männer und drei Frauen aus Bulgarien, wie die Brandenburger Staatskanzlei bestätigte. Polizeisprecher Rudi Sonntag teilte in Potsdam mit, dass gegen 15 Uhr am Dreieck Barnim ein vollbesetzter Kleintransporter in Richtung Hamburg auf einen haltenden Sattelzug aufgefahren war. Der Sattelzug kam aus dem Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt.

Die sechs Todesopfer waren Insassen des Kleintransporters. Der 27-jährige Fahrer und ein weiterer Reisender wurden schwer verletzt, Rettungshubschrauber brachten sie in Krankenhäuser. Der Fahrer liege in einer Spezialklinik, sagte eine Polizeisprecherin in Frankfurt (Oder) am Samstagmorgen. Die Polizei könne den Mann voraussichtlich erst am Montag sprechen. Ein weiterer Insasse des Kleintransporters befindet sich auch im Krankenhaus. Er schwebe in Lebensgefahr, hieß es. Sein Alter ist noch unklar.

Im Kleintransporter saßen drei Frauen im Alter von 15, 30 und 61 Jahren - sie alle starben noch an der Unfallstelle - sowie fünf Männer zwischen 18 und 36 Jahren. Das geht aus persönlichen Dokumenten hervor. Der Transporter sei von der bulgarischen Stadt Russe an der Donau auf dem Weg nach Hamburg gewesen, sagte eine Sprecherin des bulgarischen Außenministeriums am Samstag. Weitere Informationen zum Zweck der Reise lagen nicht vor.

Man sei in Kontakt mit der bulgarischen Botschaft und habe alle bekannten Personalien weitergegeben, sagte eine Sprecherin des Brandenburgischen Innenministeriums am Samstag. Allerdings sei bisher lediglich der 27-jährige Fahrer des Wagens zweifelsfrei identifiziert. Rechtsmediziner sollten am Montag die Identität der weiteren Unfallopfer klären, wie die Polizei mitteilte. Neue Erkenntnisse auch zum Unfallhergang seien erst Anfang kommender Woche zu erwarten.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Innenstaatssekretär Matthias Kahl (SPD) bedauerten den schweren Unfall und sprachen den Hinterbliebenen ihr Beileid aus.

Der Schwertransporter kam in Folge eines Staus zum Stehen, wie Thomas Nöring, Leiter der Autobahnpolizei der Polizeidirektion Ost, erklärte: „2,5 Kilometer vor der Unfallstelle hat es in einem Baustellenbereich des nördlichen Berliner Rings einen Liegenbleiber gegeben. Deshalb hat sich ein Rückstau gebildet.“ Zur Klärung der Unfallursache wurden Sachverständige eingeschaltet.

Zweiter Unfall mit zwei Schwerverletzten

Zur Unfallbergung musste der östliche Berliner Ring in Richtung Norden vollgesperrt werden. Es bildete sich ein Stau, an dessen Ende sich erneut ein Unfall mit zwei Schwerverletzten ereignete. Vier Fahrzeuge waren daran beteiligt, ein PKW fuhr dort auf ein Wohnmobil auf. Die beiden Verletzten wurden mit Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Um etwa 19 Uhr war ein Fahrstreifen der Autobahn wieder befahrbar, gegen 20 Uhr hatte sich der Stau komplett aufgelöst.

Am Dreieck Barnim zweigt die A 11 in Richtung Prenzlau vom Berliner Ring ab. Seit 2013 mündet auch die Bundesstraße 2 aus Weißensee in den Knotenpunkt. Die Anlage, die aus dem Jahr 1936 stammt und lange Dreieck Schwanebeck hieß, war bis 2013 für rund 57,5 Millionen Euro umgebaut worden. (mit dpa)