Berlin - „Ich wünsche mir, dass alles ordnungsgemäß abläuft“, sagt Petra Michaelis, Landeswahlleiterin von Berlin. Mit „alles“ meint sie den „Superwahltag“, den Sonntag, wenn Bundestag, Abgeordnetenhaus sowie Bezirksverordnetenversammlungen gewählt werden und zudem über den Enteignungs-Volksentscheid abgestimmt wird. Michaelis organisiert, koordiniert, überwacht die Abläufe und die Auszählung der Stimmen.

Wenn sie nicht gerade Wahlen organisiert – in ihrer Amtszeit waren es bisher je zwei Europa-, Bundestags- sowie Berlinwahlen – ist sie Abteilungsleiterin beim Landesrechnungshof im Range einer Senatsdirigentin, zuständig für IT-Angelegenheiten, Datenschutz und Personal. 

Berlin ist Michaelis’ Lebensmittelpunkt, auch wenn sie heute im Havelland lebt. Geboren wurde sie 1959 in Zehlendorf, von 1976 bis 1983 studierte sie Jura an der Freien Universität, wurde Richterin in der Verwaltungsgerichtsbarkeit des Landes Berlin und blieb es mehr als zwei Jahrzehnte lang.

Es war Innensenator Ehrhart Körting, der sie 2008 in seine Verwaltung lockte. Sie wurde Referatsleiterin, zuständig unter anderem für Staats- und Verwaltungsrecht, Wahl- und Abstimmungsrecht. 2020 wechselte sie hauptamtlich zum Rechnungshof.

Da hat jemand, so kann man es sagen, seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Grundgesetz, Verfassung, Wahlrecht – solche Themen hätten sie schon immer fasziniert, sagt Michaelis im Gespräch mit der Berliner Zeitung. Sie selbst nennt sich eine „leidenschaftliche Juristin“. Da war der Schritt zur Landeswahlleiterin nicht mehr so groß. Am 1. Januar 2010 trat sie die Nachfolge von Andreas Schmidt von Puskas an. 

Sehr zu ihrem Bedauern hat ihr Nebenamt Petra Michaelis um das Glück gebracht, selbst einmal Wahlhelferin zu sein. Dabei hat ihr Engagement für Demokratie und freie und geheime Wahlen längst abgefärbt. Die Tochter, die Schwester, der Neffe – sie alle sind regelmäßig an Wahlabenden tätig. Am Sonnabend werden sie drei von 34.000 Ehrenamtlichen sein.