Das Fußball-Länderspiel Deutschland gegen Niederlande in Hannover ist wegen einer akuten Anschlagsgefahr kurz vor Beginn abgesagt worden. Die Besucher wurden am Dienstagabend über Lautsprecher gebeten, das Stadion zu verlassen und den Platz vor der Arena zu räumen. Nach Angaben der Polizei in Hannover ging ein ernstzunehmender Hinweis auf einen Sprengstoffanschlag ein.

Der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius sagte bei einer gemeinsamen Pressekonferenz am Abend in der niedersächsischen Landeshauptstadt, Sprengstoff sei bislang nicht entdeckt worden. Es seien auch keine Verdächtigen festgenommen worden.

Ein verdächtiges Paket in einem Zug, das für eine Sperrung des Hauptbahnhofs in Hannover gesorgt hatte, stellte sich als Attrappe heraus.

Bundesinnenminister Thomas de Maiziere sagte, er selbst habe nach Beratungen mit den Sicherheitsbehörden des Bundes die Absage empfohlen. Seine Entscheidung sei auf dem gemeinsamen Flug mit Bundeskanzlerin Angela Merkel von Berlin nach Hannover gefallen. Er habe dann Pistorius und den Vizepräsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Reinhard Rauball, informiert. Die Empfehlung zur Spielabsage sei ihm nicht leichtgefallen, sagte de Maiziere. Die Hinweise hätten sich jedoch immer mehr verdichtet. „In einer solchen Lage hat im Zweifel der Schutz der Menschen Vorrang.“

Als eine „bittere, aber richtige Entscheidung“ bezeichnete Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) die Spielabsage. „Gerade in einem solchen Moment muss unsere Botschaft trotz allem ganz klar sein: Wir werden nicht zurückweichen. Wir werden uns unsere Art zu leben nicht nehmen lassen“, sagte Maas.

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