Nach dem Olympia-Attentat, bei dem 1972 in München mehrere Spitzensportler, ein Polizist und fünf Terroristen starben, werden nun weitere grausame Details bekannt.

Die Terrororganisation „Schwarzer September“ hatte am 5. September 1972 elf israelische Geiseln im Olympischen Dorf genommen und sofort zwei von ihnen getötet. Bei dem Versuch der Polizei, die Geiseln zu befreien, starben auch die verbleibenden neun. Darunter auch Fechttrainer André Spitzer und Gewichtheber Josef Romano.

Die beiden Witwen der getöteten Männer, Ankie Spitzer und und Ilano Romano, berichten nun der „New York Times“ von grausamen Misshandlungen, welche den Opfern durch die Geiselnehmer zugefügt wurden. Erst 1992, also zwanzig Jahre nach dem Attentat, hatten selbst die Frauen von der Folter erfahren, die ihre Männer erleiden mussten. Weitere 20 Jahre schwiegen sie dann - auch gegenüber ihren Familien.

Grausame Folter bei dem Attentat 1972

Laut „New York Times“ existieren Videoaufnahmen, die bisher unter Verschluss gehalten wurden. Darauf sei zu sehen, wie die israelischen Sportler Schläge einstecken mussten und dabei sogar ihre Knochen brachen. Die schlimmsten Verletzungen wurden scheinbar dem Gewichtsheber Romano zugefügt: Die Palästinenser schnitten ihm die Geschlechtsteile ab. Dabei war er eventuell noch am Leben.

Die anderen Geiseln mussten scheinbar bei der Folter zusehen, so die „New York Times“.

Im kommenden Jahr soll es einen Dokumentarfilm zu den Ereignissen rund um das Attentat 1972 geben. (leo)