Der Tweet, den David Mearns am späten Sonntagabend postete, ist sehr nüchtern und sachlich gehalten: „Wrack des Flugzeugs, das Emiliano Sala beförderte und von David Ibbotson geflogen wurde, am frühen Morgen von der FPV Morven entdeckt. Wie mit der Behörde für die Untersuchung von Luftfahrtunfällen (AAIB) vereinbart, haben sie die Geo Ocean III über dem Ort positioniert, den wir ihnen mitgeteilt haben, um das Flugzeug mit kabelgeführtem Unterwasserfahrzeug (ROV) zu identifizieren."

Mearns gibt damit den erfolgreichen Abschluss der Suche nach dem Kleinflugzeug bekannt, mit dem der argentinische Fußballprofi Sala vor zwei Wochen auf dem Weg von Nantes in das walisische Cardiff über dem Ärmelkanal abgestürzt war

Der Ozeanograph Mearns war von der Familie Salas mit der Suche beauftragt worden, nachdem die Behörden die Anstrengungen aufgegeben hatten, das Wrack oder eventuelle Überlebende zu finden. Der Amerikaner Mearns, der seit vielen Jahren in England lebt, ist mit seiner Firma Blue Water Recoveries eine bekannte Größe in der kleinen Szene der Wracksucher.

2001, zum 60. Jahrestag der Schlacht in der Dänemarkstraße zwischen Grönland und Island, fand Mearns im Auftrag des britischen TV-Senders Channel 4 das Wrack des damals größten Kriegsschiffs der Welt, der HMS Hood, auf dem Meeresboden. Das Schlachtschiff Hood war 1941 vom deutschen Schlachtschiff Bismarck in einem Seegefecht versenkt worden.

Im März 2015 war Mearns Mitglied des Teams, das das von US-Streitkräften versenkte japanische Schlachtschiff Musashi im Pazifik entdeckte.

Im gleichen Monat teilten das Kulturministerium des Oman und Mearns gemeinsam mit, ein Schiff aus der Armada des portugiesischen Seefahrers Vasco da Gama vor der arabischen Halbinsel entdeckt zu haben. Es soll sich dabei um die Galeone nau Esmeralda handeln, die 1503 während da Gamas zweiter Indienexpedition sank. Wenn sich die Annahmen bestätigen, wäre der Fund das älteste Schiffswrack aus dem europäischen Zeitalter der Entdeckungen. (ps)