Ein Prachtstück, allerdings eher für ein leistungsfähiges Schiffsrecycling-Unternehmen.
Foto: Vebeg

BerlinWir staunten nicht schlecht, als wir die Anzeige der Vebeg entdeckten, der bundeseigenen Treuhandgesellschaft zur Verwertung von Eigentum des Bundes: Die ausgemusterte „Fregatte Klasse 122/01 ex-Bremen“ soll verkauft werden. Toll, dachten wir, die kauft jemand und macht aus dem 2944 Tonnen schweren, nicht mehr eigenfahrfähigen Stahltrumm ein Partyschiff für Heavy-Metal-Connaisseurs oder ein schwimmendes Anti-Kriegs-Museum auf der Spree in Sichtweite des Reichstags …

Vebeg
Die Fregatte „ex-Bremen“

Bauwerft: Bremer Vulkan Schiffbau und Maschinenfabrik, Bremen-Vegesack
Baujahr: 1981
Baunummer: 1020
Schiffskörper: Stahl
Aufbauten: Stahl
Länge ü. a.: 130,1 m
Breite ü. a.: 14,6 m
Tiefgang ca.: 6,1 m
Verdrängung ca.: 3.021 t Leergewicht ca.: 2.944 t

Quatsch! Denn: Die „ex-Bremen“, die im Marinearsenal Wilhelmshaven vor Anker liegt und für die noch bis zum 3. Juni geboten werden kann, muss vom Käufer verschrottet werden. So will es das Kriegswaffenkontrollgesetz, klärt uns die Vebeg auf. Schade, uns hätte die Konversion in etwas Unkriegsgemäßes gefallen. Aber warum es dann nicht mit anderem Kriegsgerät versuchen? Und zwar nicht nur, um Platz für modernere und tödlichere Waffen zu schaffen: Es gibt auf der Welt genügend Mordwerkzeug.


Wehrmachtshelm

Fundstück aus der Normandie: Helm mit Einschussloch.
Foto: Imago Images

Zur Einstimmung schnell noch eine Erinnerung an den Konversions-Klassiker, unser schönstes Vorbild: den Wehrmachtshelm. Was sollte man 1945 mit dieser potthässlichen Schreckensikone machen? So kurz nach dem Krieg? Einschmelzen? Auf „Star Wars“ warten, den Sci-Fi-Film, in dem rund 30 Jahre später dieser Helm als grotesk verzerrter Kopfschutz des bitterbösen Darth Vader wieder auftauchte? Nein, man konvertierte ihn zu Kochtöpfen, Küchensieben, Nachttöpfen oder, besonders schön, zu Puhlschöpfern – das sind Näpfe mit einem langen Holzstiel zum Ausschöpfen von Jauchegruben. Das ist die moderne Version des biblischen Schwerter-zu-Pflugscharen-Gedöns, ein ferner Gruß aus der Zeit, als von Deutschland nie wieder Krieg ausgehen sollte.

Landminen

Wenn es eine Geißel der Menschheit gibt, dann diese: Landminen führten allein in den letzten 30 Jahren zum Tod von circa einer Million Menschen. Davon waren nur 20 Prozent Kombattanten, aber 80 Prozent Zivilisten – sie fielen den Minen oft erst nach Beendigung des Konflikts zum Opfer. Landminen sind – Pardon – scheiße. Da lässt sich nicht allzu viel konvertieren. Deshalb ein anderer Vorschlag: Wie wäre es, wenn die philanthropischen Multimilliardäre und ihre hochpotenten Stiftungen statt in Impfungs-, Bildungs- und sonstige Entwicklungsprogramme zu investieren, mal ebenso prestigeträchtig die Weltmärkte von diesem Teufelszeug leer kauften und es sodann vernichteten? Ganz schön naiver Gedanke.

Eurofighter

Der Eurofighter hebt ab, wenn er denn ausnahmsweise mal einsatzbereit ist.
Foto: dpa/Bernd Wüstneck

Der Eurofighter, noch so ein militärischer Problemfall, der keiner sein müsste. Nur ein geringer Teil der Flotte ist derzeit einsatzbereit, vom „Rückgrat der Luftwaffe“ kann kaum noch die Rede sein. Dabei könnten die am Boden befindlichen Jagdflieger zum wandelnden Museum umgewidmet werden: Entenflügel, Querruder und Triebwerke angucken – und wer weiß, vielleicht hat ja der eine oder andere Besucher noch fehlende Ersatzteile? Die Exemplare, die funktionsfähig sind, sollte man lieber für Versorgungsengpässe bereithalten als für militärische Manöver. In Erinnerung an die guten alten Rosinenbomber: In der nächsten Klopapier-Hamsterkrise einfach  ein paar Rollen über Berlin abwerfen?

Biowaffen

Biologische Waffen sollen Menschen mit Krankheitserregern oder auch natürlichen Giftstoffen massenhaft töten. Sie sind also Massenvernichtungswaffen so wie ihr Pendant, die chemischen Waffen. Beide sind verboten. Okay, aber es gibt auch nicht-letale Biowaffen: Die USA etwa arbeiten seit geraumer Zeit an quasi-erlaubten, da nur materialzerstörenden Mikroben. Eine hochdelikate Aufgabe, die viel wissenschaftliche Expertise verlangt. Wir schlagen eine Panzer und Kanonen fressende Mikrobe vor, die zu entwickeln den Damen und Herren Wissenschaftlern gewiss leicht fällt. Und dann sollen sie gleich noch den Covid-19-Impfstoffe erfinden. Und Hustensaft, der wirklich schmeckt. Danke!

Leopard 2

Der Kampfpanzer Leopard 2 bei der Vorführung: Gulaschkanone mit viel PS.
Foto: dpa/Christophe Gateau

Jaja, der Leopard 2 ist ein verdammt guter Panzer, schon seit über 40 Jahren im Dienst, ein Exportschlager – geschenkt. Sind wir lieber ehrlich: Deutsche Rüstungsgeschäfte, Milliarden-Deals mit zweifelhaften Regimen, das alles ist höchst anrüchig und umstritten. Dabei gibt es für Panzer höchst attraktive Anschlussverwertungen. Im Libanon diente ausrangiertes Kriegsgerät, vor der Küste im Meer versenkt, als künstliches Riff, auf dem sich Pflanzen und Tiere ansiedelten. Auch Panzerfahrschulen erfreuen sich im Bereich des eventisierten Männerspaßes großer Beliebtheit. Oder wie wäre es mit einem Umbau zur rollenden Gulaschkanone? Erbsensuppe geht schließlich immer.

„Gorch Fock“

Die „Gorch Fock“ unter vollem Tuch: Warum nicht als luftige Touristenattraktion?
Foto: dpa/Ingo Wagner

Über 740.000 Seemeilen hat das berühmte Segelschulschiff der Marine zurückgelegt, seit es 1958 in Dienst gestellt wurde. Es war als „Botschafter Deutschlands“ bei der Weltausstellung in New York und kam auch sonst ordentlich herum. Doch tote Kadettinnen und eine komplett verkorkste Reparatur machten den Ruf des Schiffes zunichte, das auf der Bremer Lürssen-Werft noch immer für teuer Geld saniert wird. Nach der Instandsetzung wäre es daher allemal imagefördernder, den Dreimaster zur Touristenattraktion zu machen. Schließlich sind Reisen auf großen Kreuzfahrtpötten weder corona- noch umweltgerecht, aber so ein Segeltörn an der frischen Luft, der ist auch in Pandemiezeiten drin.