Berlin - Die US-Regierung steigt aus dem INF-Vertrag mit Russland zum Verzicht auf atomare Mittelstreckenwaffen aus. Das gab das Weiße Haus am Freitag in Washington bekannt und betonte, dies werde in sechs Monaten in Kraft treten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Russland zuvor die Verletzung des Abrüstungsabkommens vorgeworfen. „Für uns ist klar, dass Russland diesen Vertrag verletzt hat“, sagte Merkel am Freitag nach einem Treffen mit dem armenischen Ministerpräsidenten Nikol Paschinjan in Berlin.

Angesichts der Kündigung des Abkommens durch die USA sagte Merkel, dass „wir alles daran setzten werden, die sechsmonatige Frist zu nutzen, um weiter Gespräche zu führen“. „Wir werden jedenfalls von deutscher Seite, sowohl der Bundesaußenminister als auch ich, alles unternehmen, um in diesen sechs Monaten doch noch wieder Gespräche zu ermöglichen“, sagte Merkel. 

Der INF-Vertrag verbietet landgestützte Raketen und Marschflugkörper mit einer Reichweite zwischen 500 und 5500 Kilometern, die Atomsprengköpfe tragen können. Die USA und die Nato werfen Russland vor, mit seinem Marschflugkörper 9M729 gegen das Abkommen zu verstoßen. Moskau bestreitet dies. (afp, dpa)