: Absturz des Flugs 4U9525: Germanwings-Ermittler entdecken Hinweise auf Selbstmord-Pläne
Düsseldorf/Marseille - Der Copilot der mutmaßlich von ihm zum Absturz gebrachten Germanwings-Maschine hat in den Tagen vor dem Absturz im Internet nach Arten und Umsetzungsmöglichkeiten einer Selbsttötung recherchiert. Außerdem informierte er sich an mindestens einem Tag mit Suchbegriffen über Cockpittüren und deren Sicherheitsvorkehrungen, teilte die Staatsanwaltschaft Düsseldorf am Donnerstag mit. Dies habe die Auswertung eines Tablets des 27-Jährigen ergeben.
Den Angaben zufolge informierte sich der Copilot im Internet auch über medizinische Behandlungsmöglichkeiten. Die Ermittler konnten demnach in dem in der Düsseldorfer Wohnung des Mannes gefundenen Tablet den Browserverlauf für die Zeit vom 16. bis 23. März nachvollziehen.
Zweite Blackbox gefunden
Unterdessen ist in den französischen Alpen die zweite Blackbox des Airbus A320 gefunden worden. Das teilte der Staatsanwalt von Marseille, Brice Robin, am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP mit. Die Daten des zweiten Flugschreibers lassen sich vermutlich auswerten. Der Zustand des Flugdatenschreibers lasse darauf hoffen, sagte der zuständige Staatsanwaltschaft Brice Robin am Donnerstag in Marseille. Der Flugschreiber sei am Nachmittag am Berg entdeckt worden. Er sei verschüttet gewesen. Die zweite Backbox könnte weiteren Aufschluss geben über die Abläufe im Airbus A320.
Der Stimmrekorder war bereits kurz nach dem Absturz am Dienstag vergangener Woche gefunden worden, nach dem Flugdatenschreiber mit den technischen Daten war hingegen lange vergeblich an der Absturzstelle gesucht worden. Aufgrund der Aufzeichnungen des Stimmrekorders hatten die Ermittler den mutmaßlichen Ablauf vor dem Unglück mit 150 Toten nach eigenen Angaben bereits teilweise rekonstruieren können. Demnach hatte der deutsche Copilot Andreas L., der früher wegen schwerer psychischer Probleme mit Suizidgefahr in Behandlung war, die Maschine absichtlich gegen eine Felswand in den Alpen gesteuert.
Den Kapitän des Flugzeuges hatte der 27-jährige Copilot, nachdem dieser auf die Toilette gegangen war, aus dem Cockpit ausgesperrt. Bei dem Absturz kamen alle 150 Insassen der Germanwings-Maschine ums Leben, darunter auch 72 Deutsche. (afp)