Abwrackhafen in Genua erreicht: Costa Concordia bereit zum Verschrotten

Genua - Die „Costa Concordia“ hat ihre letzte Fahrt zum Abwrackort Genua geschafft. Das havarierte Kreuzfahrtschiff fuhr am Sonntag in den Hafen der norditalienischen Stadt ein. Lotsen und insgesamt acht Schlepper sollten es bis zum Nachmittag an seinen endgültigen Platz bringen. Das spektakuläre Manöver wurde von Hunderten Zuschauern verfolgt und sollte mehrere Stunden dauern. „Alles läuft wie vorgesehen“, erklärte Umweltminister Gian Luca Galletti.

Zuvor war das gekenterte Schiff nach einer knapp viertägigen Reise in Genua angekommen. Die „Costa Concordia“ war mit mehr als 4200 Menschen an Bord im Januar 2012 vor der Mittelmeerinsel Giglio auf einen Felsen gefahren. Insgesamt 32 Menschen kamen ums Leben, darunter auch zwölf Deutsche. Ein Tauscher starb bei den Bergungsarbeiten am Schiff, die bislang insgesamt 1,5 Milliarden Euro gekostet haben.

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Nachdem die „Costa Concordia“ ihre letzte Reise zurück zu ihrem Heimathafen Genua ohne größere Zwischenfälle geschafft hatte, begann am Morgen das Manöver zur Einfahrt in den Hafen. Die Schlepper, die das Wrack bis vor die Küste gebracht hatten, wurden losgemacht. Dafür übernahmen mehrere Hafenschlepper das Schiff, Lotsen gingen an Bord.

Das komplizierte Manöver zum Abschluss der Bergungsaktion sollte noch einmal mehrere Stunden dauern. „Es ist wie einen Lastwagen mit angezogenen Bremsen zu manövrieren, man braucht sehr viel Kraft und Vorsicht“, erklärte Giovanni Calvelli von der Küstenwache Genua. „Das Schiff hat keinen Antrieb und vor allem wird es von den 30 Schwimmtanks gebremst, die es sehr unbeweglich machen.“ Die luftgefüllten Schwimmtanks hatten dem Riesen wieder Auftrieb gegeben. Am Nachmittag sollte das Schiff seinen endgültigen Anlegeplatz erreichen, dann wurde auch Regierungschef Matteo Renzi in Genua erwartet.

Ab Montag sollte dann mit dem Verschrotten des Schiff begonnen werden. Der Prozess dauert fast zwei Jahre, rund 1000 Arbeiter sollen damit beschäftigt sein. Rund 80 Prozent der Materialien des früheren Luxusschiffs sollen recycelt werden. Auch die Suche nach dem letzten noch vermissten Opfer der Katastrophe wird noch einmal aufgenommen, nachdem die Arbeiten unter der Woche am Unglücksort vor der Insel Giglio ohne Ergebnis geblieben waren.