Tokio - Wenn Takanobu Nishimoto aus dem Haus geht, ist er frisch geduscht, trägt schicke Klamotten und versucht alles, damit er seiner Kundin gefällt. Es könnte sich zwar auch um einen Mann handeln. „Aber zu 80 Prozent buchen mich schon Frauen“, erklärt der junggebliebene Herr mit dem welligen, graumelierten Haar. „Meistens beginnt es etwas verhalten, die Nervosität spielt am Anfang immer mit.“ Doch wenn der Profi übernimmt, bricht das Eis schnell. „Wie kann ich helfen?“, fragt Nishimoto in der Regel zu Beginn. Und dann geht es los.

Im Komplettpaket vermietet sich Nishimoto für nur 1000 Yen die Stunde, umgerechnet sind das kaum acht Euro. Schon dieser Preis verrät, dass Takanobu Nishimoto nicht etwa das anbietet, woran man jetzt denken könnte. „Ich lasse mich auf keinen Fall auf Sex ein“, sagt der 53-Jährige per Videochat und kneift kopfschüttelnd seine Augen zusammen. „Das wäre ja fatal für das ganze Vorhaben.“ Und wenn Nishimoto von seinen Mitstreitern etwas Gegenteiliges mitkriege, schmeiße er den entsprechenden Dienstleister raus. „Dafür ist ein Ossan nicht da.“

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