Was für ein fulminanter Abschied. Am 3. Dezember 2012 erschien Ada Louise Huxtables letzte Architekturkritik im Wall Street Journal. Wütend und doch historisch, architektonisch, ästhetisch, sozial- und bildungspolitisch begründet, zog sie noch im Alter von 92 Jahren zu Felde gegen die auch sonst heftig umstrittenen Pläne der New Yorker Public Library. Die möchte das ehrwürdige Hauptgebäude an der 5th Avenue nach den Plänen von Norman Foster radikal umbauen, möchte aus der Forschungs- und Präzenz-Bibliothek eine Publikumsleihanstalt machen.

Dafür will die Bibliotheksleitung die legendären, vielstöckigen und sich selbst tragenden Eisen-Regaleinbauten herausreißen, Millionen Bücher „nach Sibirien“ verlagern – wie Huxstable schreibt und dabei New Jersey meint –, will Cafés und Lounges einbauen: „Demokratie und Populismus werden hier hoffnungslos verwechselt.“ Einen Monat später starb die bedeutendste amerikanische Architekturkritikerin am 7. Januar dieses Jahres, bis zuletzt kämpfend für den Fortbestand des guten Alten, die Chancen des guten Neuen und den Ausgleich zwischen beidem.

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