Berlin - Dresden, 13. Februar, Tag des Gedenkens der Bombardierung, vor 72 Jahren ging die Stadt in Feuer und Asche unter. Lutz Bachmann, Anführer der Dresdner Pegida-Bewegung hat seine Anhänger an diesem Montag zu „Raucherpausen“ am Bus-Mahnmal neben der Frauenkirche aufgerufen. Eine verdeckte Aufforderung zu Geschrei und Krawall . Typisch für den mehrfach verurteilten Drogenhändler und Einbrecher, der von Teneriffa aus über Facebook sein Gift nach Dresden einträufelt. „An Zynismus nicht zu überbieten“, meint Andreas Schöne von der Frauenkirchen-Gesellschaft. Raucherpausen am Jahrestag des großen Feuersturms, der 25.000 Menschenleben kostete.

„Schandmalrede“ von Björn Höcke schreckt ab

Wahrscheinlich sind es derartige Geschmacklosigkeiten, wahrscheinlich ist es auch der Lebenslauf Bachmanns, der die AfD-Vorsitzende Frauke Petry davon abhält, näher Kontakt zu den Dresdner Wutmenschen aufzunehmen. Sie will sich offensichtlich nicht weiter am rechten Rand die Finger verbrennen. Auftritte wie die „Schandmalrede“ von Björn Höcke im Dresdner Ballhaus Watzke, wirken in die bürgerliche Mitte abschreckend, in Umfragen stagniert die AfD. Petry fürchtet, ihre Partei verrenne sich nach rechts.

Also: Abstand halten. Bachmann hat mehrfach darum gebettelt, die Sächsin Petry möge doch einmal montags auf der Dresdner Pegida-Bühne zur geschrumpften Anhängerschaft reden. Bachmann bot ihr sogar an, nicht dabei zu sein, um ihr so den Weg zu den selbst ernannten Rettern des Abendlandes zu erleichtern. Aber auch das half nichts: Petry will mit Leuten wie ihm absolut nichts zu tun haben. Ihre Vertrauten in der sächsischen AfD blicken ebenfalls verächtlich auf Bachmann und Konsorten. Generalsekretär Uwe Wurlitzer meinte im MDR: „Ich glaube, die wollen einfach irgendwelche Posten haben. Die scheren sich überhaupt nicht um Inhalte."

Frauke Petry grenzt sich klar ab

Ihr Verhältnis zu Björn Höcke oder dem Sachsen-Anhalter André Poggenburg ist ähnlich gestrickt. Man ging sich bislang immer aus dem Weg, man unterstützte sich nicht in Wahlkämpfen, die Abneigung der Sächsin gegen die Herrschaften aus den Nachbarländern sitzt tief. In einem Brief an die Mitglieder hatte sich Petry nach dem Dresdner Eklat deutlich von Höcke abgegrenzt. Seine Geschichtsbetrachtung, seine Verächtlichmachung des Parlamentarismus und seiner Vertreter sei ein „Irrweg“, der der Partei schade.

Wie lange Petry in Sachsen ihren Kurs gegen rechtsaußen noch durchhalten wird, ist unklar: Es ist kurioserweise ein Abgrenzungskurs gegenüber der eigenen Landespartei. Es gibt einen deutlichen Unterschied zwischen der Dresdner Parteiführung und der Basis im Lande. Letztere hat keine Berührungsängste bis in die Neonaziszene: Als Petry vor kurzem auf einem Landesparteitag über Höcke und dessen Auftritt in Dresden reden wollte, fiel der Antrag glatt durch. Großte Teile sympathiseren mit den Figuren innerhalb der AfD, welche Petry am liebsten loswerden würde.

Einfluss von Jens Maier ist spürbar

Jens Maier, Richter am Landgericht Dresden, war Höckes Vorredner, eingeladen hatte die AfD-Jugend. Maier hatte den „Schuldkult" der Deutschen für „endgültig beendet" erklärt, er hatte sich über „Mischvölker" ausgelassen, die geschaffen würden, um „die nationalen Identitäten auszulöschen". Ihn hat die Dresdner AfD zum Direktkandidaten für die Bundestagswahl gekürt.

Petry, die Höcke loswerden und mit Pegida nichts zu tun haben möchte, spürt deren Einfluss bis in ihren Wahlkreis. In Meißen, in ihrem Kreisverband, trat vor kurzem ein Pegida-Dauergast auf. Der Raum Dresden, Meißen, Sächsische Schweiz und Osterzgebirge sei „sehr, sehr Pegida-lastig“, meinte AfD-Mann Wurlitzer dazu. Und das sei ein „Problem“. Vor allem für Petry. Und nun erst recht.