Berlin - Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry hat jüngst unter deutschen Antisemiten tiefe Bestürzung mit der Beteuerung ausgelöst, ihre Partei sei „einer der wenigen politischen Garanten jüdischen Lebens“ in Deutschland. Das war nach den Äußerungen ihres Parteifreunds Björn Höcke über das Holocaust- Mahnmal , das er als „Mahnmal der Schande“ verunglimpft hatte, nun wirklich nicht zu erwarten.

Deutschlands Antisemiten , die die AfD dank Höcke und etlicher anderer AfD-Politiker bisher als politischen Garanten des Antisemitismus betrachtet hatten, drohten für einen Moment die Orientierung zu verlieren. Ein von der AfD offensichtlich manipuliertes Foto mit dem SPD-Chef und Spitzenkandidaten Martin Schulz sollte ihnen nun aber den Glauben an ihre Partei zurückgegeben haben.

„Übermedien“berichtet vom „Photoshop-Fake der AfD“

Boris Rosenkranz, einer der Gründer des renommierten medienkritischen Blogs Übermedien berichtet von dem „Photoshop-Fake der AfD“. Danach hat die Partei vor einigen Wochen auf Facebook ein vermeintliches Bild von Schulz unter der Überschrift veröffentlicht: „Inszenierter Hype, inszenierte Inhalte, inszenierter Kandidat : Fakenews auf zwei Beinen.“ Das Portrait von Schulz war verfremdet: Er wurde mit „komisch kleinen Hasenzähnen“ (Rosenkranz) und Hakennase gezeigt, ein Klassiker antisemitischer Propaganda.

Alle Versuche Rosenkranz‘, den Pressesprecher der AfD, Christian Lüth, zu einer Antwort auf die Frage zu bewegen, warum die Partei das Bild einschlägig manipuliert habe, seien erfolglos verlaufen. Trotz zahlreicher E-Mails habe Lüth nie reagiert.

Stattdessen habe er dem Deutschen Journalisten Verband (DJV) mangelnde Dialogbereitschaft vorgeworfen. Das kommentiert Rosenkranz im Blog mit den Worten: „Einerseits auf (mehrfache) Presseanfragen nicht zu reagieren, andererseits die angeblich mangelnde Dialogbereitschaft der Presse zu kritisieren – das ist ein geradezu symptomatisches Verhalten für die AfD“. Inzwischen habe die Partei das Foto wieder gelöscht. Aber das sollte Deutschlands Antisemiten nicht mehr verunsichern.