Laut ARD-Hochrechnung von 19:58 Uhr kommt die AfD auf 13,1 Prozent der Stimmen. Besonders im Osten Deutschland konnten die Partei um ihre Spitzenkandidaten Alice Weidel und Alexander Gauland stark punkten.

Die AfD fährt nach ersten Zwischenergebnissen bei der Bundestagswahl in Sachsen ein überraschend starkes Ergebnis ein. Nach Auszählung von einem Viertel der 424 Gemeinden im Freistaat lag sie mit 32,3 Prozent sogar 2,4 Punkte vor der CDU (29,9), wie die Landeswahlleitung am Sonntagabend in Kamenz mitteilte. Auf das drittbeste Ergebnis kommt demnach die Linke mit 12,4 Prozent vor SPD (9,0), FDP (7,8) und Grüne (2,4). Da das Zwischenergebnis vor allem Gemeinden im ländlichen Raum beinhaltet, ist es vorerst nur bedingt aussagekräftig. Aus den Großstädten Leipzig, Dresden und Chemnitz fehlen die Zahlen derzeit noch.

Auch bei den Erststimmen lag die AfD den Zwischenergebnissen zufolge in mehreren Wahlkreisen in Führung. Hoffnungen auf ein Direktmandat konnten sich demnach ihre Kandidaten in den Kreisen Görlitz und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge machen, in letzterem stand AfD-Chefin Frauke Petry zur Wahl. 

In Brandenburg zeichnete sich nach der Auszählung von mehr als 60 Prozent der Wahllokale ein massiver Zugewinn für die AfD ab. Wie der Landeswahlleiter am Sonntagabend auf seiner Internetseite mitteilte, kommt die Partei nach der Auszählung von 2286 von 3700 Wahlbezirken auf 21,5 Prozent und wäre zweitstärkste Kraft im Land. 2013 war die AfD noch bei 6,0 Prozent gelandet. Die CDU würde nach dem Zwischenstand auf 26,9 Prozent (2013: 34,8 Prozent) kommen, die SPD erhielte 17,5 (23,1) und die Linke 16,7 Prozent (22,4). Die FDP erreichte danach 6,7 Prozent - nach 2,5 Prozent vor vier Jahren.

Die AfD ist im Osten Deutschlands bei der Bundestagswahl am Sonntag zweistärkste Partei - bei den ostdeutschen Männern schnitt die Partei sogar am besten ab. Laut Infratest dimap machten insgesamt 26 Prozent der ostdeutschen Männer ihr Kreuzchen bei der AfD, bei den Frauen waren es 17 Prozent. Zum Vergleich: Im Westen votierten 13 Prozent der Männer und 8 Prozent der Frauen für die AfD.

Insgesamt erreichte die AfD in den Ost-Ländern und dem Osten Berlins 21,5 Prozent der Stimmen, wie der MDR nach Infratest dimap berichtet. Wahlsieger ist auch im Osten die Union mit 26,5 Prozent, die Linke bekommt demnach 16,5 Prozent und die SPD 14,5 Prozent der Stimmen. Die FDP erreicht 8 Prozent der Stimmen, die Grünen 6 Prozent.

Mit der AfD zieht erstmals seit 60 Jahren eine rechtspopulistische Partei in den Bundestag ein. Es war die nationalkonservative Deutsche Partei, die 1957 zuletzt den Sprung ins Parlament schaffte. Sie verschwand bereits vier Jahre später aus dem Bundestag. (BLZ/dpa)