Köln - Der Berliner AfD-Partei- und Fraktionschef Georg Pazderski, fordert eine klare Abgrenzung seiner Partei nach rechts. „Jeder, der die Grenze der freiheitlich-demokratischen Grundordnung verletzt, hat in der AfD nichts zu suchen“, sagte Padzerksi, der auch im Bundesvorstand sitzt, am Rande des Parteitags in Köln gegenüber dieser Zeitung. „Die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist für mich ebenso wenig verhandelbar wie die parlamentarische Demokratie“, sagte Pazderski weiter. Wer diese nicht respektiere, müsse aus der AfD ausgeschlossen werden.

Pazderski auch für Ausschluss von Höcke

Pazderski, der als Vertreter des bürgerlichen Flügels der AfD gilt, hat auch das Parteiausschlussverfahren gegen den thüringischen Rechtsaußen Björn Höcke unterstützt, der wegen seiner Dresdener Rede für Empörung gesorgt hatte. Die Ko-Bundesvorsitzende Frauke Petry setzte daraufhin die Einleitung des Verfahrens durch, jedoch gegen den Willen anderer Vorstandsmitlieder wie des brandenburgischen AfD-Chefs Alexander Gauland.

Einen Antrag des Bremer Landesverbandes der AfD, das Ausschlussverfahren  gegen Höcke nicht weiter zu verfolgen, ließen die knapp 600 Delegierten in Köln nicht zu, das Thema wurde nicht behandelt. Höcke selbst, der im Maritim Hotel Hausverbot hat, erschien nicht vor Ort.

Pazderski zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf des Parteitags. „Das ist ein ganz normaler Parteitag“, sagte er dieser Zeitung, „und das ist gut so“. Es sei wichtig, dass sich die Partei nun auf die inhaltliche Arbeit konzentriere und das Wahlprogramm für die Bundestagswahl konzentriere. Dies würden auch die Wähler erwarten. „Wir müssen zeigen, dass wir seriös sind.“

Langristig soll die AfD zur Volkspartei werden

Irgendwann müsse die AfD bereit sein, Verantwortung zu übernehmen, sagte Pazderski weiter. Derzeit sei kein Koalitionspartner in Sicht, weil niemand mit der AfD zusammenarbeiten wolle. Langfristig müsse die Partei aber zur Volkspartei werden. „Sie muss wählbar werden auch für den kleinen Mann“, fordert Pazderski.

Auch Petry wollte in einem sogenannten Zukunftsantrag die AfD in Richtung einer bürgerlichen Volkspartei führen. Dieser sorgte jedoch schon im Vorfeld des Parteitags für Aufruhr, da sie darin namentlich Gauland angegriffen hatte. Der Antrag gelangte auf dem Parteitag ebenfalls nicht zur Abstimmung. Für Petry war das eine schwere Niederlage.