AfD-Parteitag: Jörg Meuthen und Tino Chrupalla bilden AfD-Parteispitze

Braunschweig - Die AfD hat Jörg Meuthen als Bundesvorsitzenden im Amt bestätigt. Der Europa-Parlamentarier setzte sich am Samstag beim Bundesparteitag in Braunschweig gegen die Mitbewerber Nicole Höchst und Wolfgang Gedeon mit 69,18 Prozent der Stimmen durch. Die Bundestagsabgeordnete Höchst kam auf 24,83 Prozent, der mit Buh-Rufen empfangene Gedeon nur auf 3,77 Prozent.

Zum zweiten Parteivorsitzenden wurde wenig später Tino Chrupalla gewählt. Der 44-Jährige tritt die Nachfolge von Alexander Gauland an, der ihn als Kandidaten vorgeschlagen hatte.

Er setzte sich in einer Stichwahl mit 54,5 Prozent gegen den Bundestagsabgeordneten Gottfried Curio durch, der rund 41 Prozent erhielt. Zuvor war Dana Guth aus Niedersachsen aus dem Rennen ausgeschieden.

Jörg Meuthen: „Deutschland braucht uns“

Meuthen rief in seiner Vorstellungsrede die AfD auf, in den nächsten Jahren Regierungsfähigkeit zu erwerben. „Wir müssen bereit sein. Deutschland braucht uns“, sagte er. Die Partei habe in den vergangenen Jahren ihre Professionalität deutlich verbessert, dürfe dabei aber jetzt nicht stehen bleiben. „Jetzt kommt erst die eigentliche Bergetappe.“ Meuthen bezeichnete seinen politischen Kurs als „konservativ, freiheitlich und patriotisch“.

Der alte und neue AfD-Vorsitzende wandte sich strikt gegen einen Rechtsruck seiner Partei. „Für eine Rechtsaußenpolitik stünde ich nicht zur Verfügung“, betonte er. Er halte auch die Unvereinbarkeitsliste der AfD, die eine Mitgliedschaft in bestimmten anderen Gruppierungen wie der Identitären Bewegung ausschließt, für absolut notwendig.

Meuthen steht seit Juli 2015 an der Spitze der AfD – anfangs als Co-Vorsitzender neben Frauke Petry, später zusammen mit Alexander Gauland, der sich in Braunschweig vom Parteivorsitz zurückzog. 

Tino Chrupalla: „Die bürgerliche Mitte erreichen wir mit Vernunft“

Chrupalla sagte in seiner Bewerbungsrede: „Die bürgerliche Mitte erreichen wir mit Vernunft. Nur mit überzeugenden Inhalten werden wir neue Wählerschichten erschließen. Mit drastischer Sprache bewirkt man häufig das Gegenteil – besonders bei den Frauen.“ Curio sagte, Deutschland solle sein „Geld nicht ausgeben für illegale Migration, sondern für Familienförderung“. 

Nach der Wahl der Vorsitzenden bewarb sich Alice Weidel, die zusammen mit Gauland an der Spitze der Bundestagsfraktion steht, um den Posten als Parteivize. Sie trat ohne Gegenkandidaten an. (dpa)