Der AfD-Listenkandidat in Sachsen-Anhalt zur Bundestagswahl 2017, Daniel Schneider, hat mit einem Facebook-Post für viel Empörung gesorgt. Mit den Hashtags #Deutsche#Tradition postet er dieses Wahlplakat auf seinem Social-Media-Account. 

Auf dem Bild ist eine Frau im Dirndl, mit Brezel und einer Maß Bier zu sehen. Dazu lautet der Slogan: „Tradition bewahren“. Ausgerechnet für sein Traditionsbewusstsein erntet Schneider aber Kritik. Ein User macht sich über das ungewöhnliche Dirndl lustig und schreibt: „Hab noch nie n Dirndl mit Reißverschluss gesehen.“ Schneider, der sich mit diesem Motiv offenbar bei bayerischen Wähler beliebt machen will, wird von diesen als ahnungslos und „Saupreiß“ beschimpft.

Andere Facebook-Nutzer nehmen die als „deutsch“ angepriesenen Darstellungen aufs Korn. Hartmut Hoffmeister beispielsweise schreibt: „Das scheinen die deutschen Werte zu sein, denen die sogenannte 'Alternative' für Deutschland nachhängt: Bier, Brezen und dicke Brüste.“ Außerdem ist er der Meinung, dieser Post sei „ein weiterer Grund, diese faschistoide Partei nicht zu wählen“.

Auch Mäxn Bass attackiert den AfD-Politiker: „Deutsche Werte in die Welt verfrachten wollen, aber fremde Kulturen im eigenen Land nicht tolerieren. Ihr seid so armselig.“

Auch über das Thema Sexismus wird in den Kommentaren unter dem Post diskutiert. Stefan Burger hat eine deutlich Meinung dazu: „Was für ein sexistischer Mist!“ Zudem geht er auf die Forderung der AfD ein, Kinder bereits im Kindergarten vor einer Sexualisierung zu schützen: „Und das ausgerechnet von denen, die sonst angeblich unsere Kinder vor Sexualisierung schützen wollen.“

Schneider sorgt nicht zum ersten Mal für Empörung

Das Dirndl-Plakat ist nicht der erste Social-Media-Fehltritt, den sich Daniel Schneider geleistet hat. Am 2. August 2017 postete er ein Foto, das ihn auf dem Heavy-Metal Festival Wacken zeigt. Dass Schneider das größte Metal-Festival der Welt nutzt, um für die AfD zu werben, gefällt vielen Metal-Fans überhaupt nicht. 

„Finger weg von Wacken“, schreibt ein User unter dem Facebook-Post. „Die AfD hat mit Metal so viel zu tun wie Chihuahua mit Fahrradrennen“, kommentiert ein anderer. Außerdem geht ein User auf den Slogan „Bock auf Rock im Parlament?“ ein: „Ihr rockt nicht! Weder im Parlament noch in Wacken noch sonstwo.“

Die Anbiederungsversuche des AfD-Politikers bei unterschiedlichen Zielgruppen in Nord und Süd scheinen also nur mäßigen Erfolg zu haben (jkü)