AfD-Politiker Hans-Thomas Tillschneider: „In neuen Bundesländern hat sich deutsche Kultur erhalten“

Berlin - Nun wächst doch noch zusammen, was zusammen gehört. Auf der jüngsten Pegida-Demonstration in Dresden sprach zum ersten Mal ein Mandatsträger der AfD. In der sächsischen Landeshauptstadt werde „für ganz Deutschland“ demonstriert, rief der Landtagsabgeordnete Hans-Thomas Tillschneider aus Sachsen-Anhalt aus.

Statt ihn mit Prozessen wegen Beleidigung zu überziehen, müsse Organisator Lutz Bachmann das „Bundesverdienstkreuz Erster Klasse“ verliehen bekommen, forderte der 48-Jährige und prophezeite: „Ungarn ist frei, Österreich ist gerade dabei, sich zu befreien, und es dauert nicht mehr lange, dann wird auch Deutschland frei sein!“

Gauland spricht von „natürlichen Verbündeten“

Der heutige stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hatte die Demonstranten frühzeitig als „natürliche Verbündete“ seiner Partei ausgemacht und damit den Widerspruch des inzwischen ausgetretenen Parteigründers Bernd Lucke hervorgerufen. Nach Zerwürfnissen im Pegida-Vorstand hatte er diese Position erst relativiert, dann aber auf Lutz Bachmann beschränkt, der nach dem Rückzug seiner Gegnerin Katrin Oertel fest im Sattel sitzt.

Tillschneider gehört rechtem Flügel an

Nun hat Hans-Thomas Tillschneider die Sache mit dem Bündnis in die Hand genommen. Er gehört zwar nicht dem Parteivorstand an, ist aber auch nicht irgendwer. Als Vorsitzender der „Patriotischen Plattform“ ist der Islamwissenschaftler einer der führenden Vertreter des rechten Flügels der AfD. Zwar hatte das frühere FDP-Mitglied bei seinem Aufstieg einige Misserfolge zu verkraften, doch bei der Landtagswahl gewann er sein Mandat im Saalekreis mit 30,9 Prozent der Stimmen direkt.

Auf dem Bundesparteitag in Stuttgart spielte er eine zentrale Rolle bei der Operation, die AfD Pegida-tauglich auszurichten. Schließlich heißt der Verein in Langform: „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes.“