Berlin - Dieser Mittwoch ist für die AfD-Bundestagsfraktion kein freudiger Tag. AfD-Politiker Stephan Brandner wurde mit den Stimmen aller anderen Parteien als Vorsitzender des Rechtsausschusses abgewählt. Ein Novum in der Geschichte des Bundestages. Als sich Brandner und die Fraktionsvorsitzenden Alexander Gauland und Alice Weidel anschließend den Fragen von Journalisten stellten, reagierten sie besonders dünnhäutig und gereizt auf kritische Nachfragen.

Das durfte auch der RND-Korrespondent Markus Decker feststellen. Nachdem Gauland und Weidel über die anstehende Entscheidung der AfD-Fraktion zur Nachbesetzung des Ausschussvorsitzes sprachen, fragte Decker nach: „Wird das eine integere Persönlichkeit sein?“ Schließlich war Stephan Brandner die Tauglichkeit als Ausschussvorsitzender und auch die nötige Integrität zuletzt von Abgeordneten aller Fraktionen – außer seiner eigenen – abgesprochen worden.

Gauland entgegnete aufgebracht: „Wir haben nur integere Persönlichkeiten, stellen Sie nicht solche Fragen!“ Zeitgleich sagte Alice Weidel: „Schon wieder so 'ne dämliche Frage. Also wirklich ziemlich dumme Fragen von Ihrer Seite.“ „Von welchem Verein sind Sie denn? Vom Juristinnenbund wahrscheinlich“, fragte der frisch abgewählte Brandner.

Auch auf die nächste Frage reagierte Weidel abfällig: „Gibt sich die Fraktionsspitze eine Mitschuld an Herrn Brandners Abwahl?“, wollte die Deutschlandfunk-Journalistin Nadine Lindner wissen, und ob die Fraktion Brandner nicht zur Mäßigung hätte aufrufen müssen. Alice Weidel: „Schon wieder so eine doofe Frage.“ Und: „Mein Gott, ist das alles dümmlich hier. Können wir das jetzt lassen, oder kommen da noch mehr dumme Nachfragen?“

Mit den abfälligen Äußerungen im Bundestag war es jedoch noch nicht getan. Ausgerechnet der Pressesprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Christian Lüth, wiederholte sie anschließend auf Twitter. Dort schrieb er: „Diese dummen Fragen stellte übrigens Markus Decker von der ‚Frankfurter Rundschau‘“. Er ergänzte das noch mit den Hashtags „#Qualitätsjournalismus“ und „#Lügenpresse“. (RND)