Nürnberg - Bei einer umstrittenen Wahlkampfveranstaltung der AfD in Nürnberg hat Spitzenkandidat Alexander Gauland erneut Bezug auf die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), genommen. „Ich habe einfach nur der Dame empfohlen – ganz höflich – dass sie doch vielleicht einen längeren Aufenthalt in einem Land nehmen könnte, in dem sie vielleicht die kulturellen Regeln besser versteht“, sagte er am Samstag.

Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Thüringen hatte Gauland kürzlich davon gesprochen, Özoguz in Anatolien zu „entsorgen“. „Ich weiß, das Wort nehme ich nicht mehr in den Mund“, sagte Gauland vor mehreren hundert Anhängern in der Meistersingerhalle.

Kundgebung bleibt weitgehend friedlich

Die Stadt hatte wegen Gaulands Äußerungen über Özoguz versucht, die Veranstaltung zu verhindern, indem sie den Mietvertrag für die Halle kündigte. Dagegen zog die Partei erfolgreich vor Gericht.

Hunderte demonstrierten am Samstag gegen die Wahlkampfveranstaltung. Teilnehmer skandierten Parolen wie „Ganz Nürnberg hasst die AfD“ und „Rassisten, haut ab.“ Die Kundgebung blieb weitgehend friedlich. Doch kam es vereinzelt zu Rangeleien, als Demonstranten sich Veranstaltungsbesuchern nahe der Halle in den Weg stellten, wie ein Polizeisprecher sagte. Festnahmen habe es zunächst nicht gegeben. Ein großes Polizeiaufgebot war im Einsatz. (dpa)