Nachdenkliche Gesichter bei der AfD nach den Ergebnissen der Hamburger Bürgerschaftswahl.
Foto: dpa/Kay Nietfeld

Berlin - War das am Montagmorgen der Nachwahlkater bei den Politikern der AfD? Oder war es echte Einkehr angesichts des fast verpassten Einzugs der AfD in die Hamburger Bürgerschaft? Ein bisschen Demut vielleicht sogar angesichts der Tatsache, dass Wähler sich auch wieder abwenden könnten, wenn es ihnen zu radikal wird?

Neue Erkenntnisse bei der AfD-Pressekonferenz

Es waren jedenfalls eindeutig selbstkritische Töne, die der Fraktionsvorsitzende der Bundestagsfraktion, Alexander Gauland, da anklingen ließ. Die Parteien müssten nun alle verbal abrüsten, sonst sehe er schwarz für die Demokratie, sagte Gauland. Und gab – auf Nachfrage – zu, dass man sich selbst auch manchmal in der Wortwahl vergriffen habe. Stichwort „Vogelschiss“.

Die neuen Erkenntnisse wurden auf einer Pressekonferenz geäußert, auf der die AfD ihr Wahlergebnis von Hamburg analysieren wollte. Gut möglich, dass es auch die hanseatischen Kandidaten waren, die mäßigend auf die Parteivorderen wirkten. Die Hamburger AfD gilt ja gemeinhin als etwas bürgerlicher als der normale AfD-Durchschnitt.

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Sachlichere politische Diskussion?

So war es auch er Hamburger Spitzenkandidat Dirk Nockemann, der erklärte, dass nicht jede Äußerung der Partei „wie der der Hammer auf den Amboss“ fallen müsse. Man sollte sich nun aber nicht zu früh auf eine sachlichere politische Diskussion in Deutschland freuen. Denn die größte Schuld am schlechten politischen Klima sieht die AfD nach wie vor bei den anderen Parteien, von denen sie sich mit beispielloser Hetze verfolgt sieht.

So sieht es der Parteisprecher Tino Chrupalla und behauptet, dass man hierzulande nicht mehr frei seine Meinung äußern dürfe, ohne Nachteile zu erleiden. Da klang die AfD dann wieder ganz wie sie selbst.