Köln/Heilbronn - Auf eine Parteiveranstaltung der AfD in Heilbronn ist am Dienstagabend ein „Anschlag mit Schusswaffen“ verübt worden. Mit diesen markanten Worten meldeten die Organisatoren den Vorfall bei der örtlichen Polizei, die daraufhin sogar einen Hubschrauber zum Einsatzort schickten.

In Wirklichkeit hatten etwa 15 bis 20 Vermummte mit einer Konfetti-Kanone durch die geöffneten Fenster des Lokals, in dem das Treffen, an dem 40 Personen teilnahmen, stattfand, geschossen – und das gleich zwei Mal. 

Auseinandersetzung zwischen den Gruppen

Wie die Polizei mitteilte, kamen dabei mehrere Menschen zu Schaden. Sie erlitten durch die heftige Geräuschentwicklung der Konfetti-Kanone ein Knalltrauma. Nachdem die Lokalität mit rotem Konfetti eingedeckt war, kam es anschließend zu Auseinandersetzungen zwischen den unbekannten Unruhestiftern und AfD-Sympathisanten. 

Einige der 40 Teilnehmer übten sich anschließend in Selbstjustiz und nahmen die Verfolgung der Vermummten auf. Dabei fiel einer der AfD-Wähler hin und verletzte sich an der Hand. 

AfD verurteilt Vorfall scharf

„Das Konfetti kann man ja noch als "witzigen" oder "kreativen" Protest ansehen, die Verletzten im Krankenhaus allerdings nicht“, kritisierte der AfD-Kreisverband Heilbronn auf Facebook.

Obwohl die Polizei mit einem Großaufgebot und einem Helikopter zum Tatort, der weiträumig abgeriegelt wurde, eilte, konnte niemand gefasst werden. Nur die Konfetti-Kanone und Transparente wurden von den Beamten sichergestellt. 

Ein Sprecher der Polizei schließt nicht aus, dass es sich um Täter aus dem linksextremen Spektrum handle. (mbr)