Berlin - Der stellvertretende AfD-Vorsitzende Alexander Gauland warnt seine Partei, einseitig für die französischen Präsidentschaftskandidatin Marine Le Pen von der rechtsradikalen Front National Partei zu ergreifen.

Auf ihn mache vielmehr der konservative Bewerber François Fillon einen sehr positiven Eindruck. „Daher sollten wir als AfD uns beim Blick auf die französischen Präsidentschaftswahlen nicht einseitig mit Marine Le Pen solidarisieren“, sagte er der „Welt am Sonntag“. Fillons Programm sei dem der AfD mindestens so nahe wie das der Front National.
Gauland imponiert nach eigenen Worten Fillons wettbewerbsorientiertes wirtschaftliches Reformprogramm. Fillon wolle überdies ganz ähnlich wie die AfD die EU grundlegend reformieren, ihr aber die Chance zur Reform auch geben. Dass Parteifreunde bisher die Kooperation mit der Front National favorisiert hätten, sei kein Fehler. Zunächst sei keine Alternative erkennbar gewesen. Jetzt gebe es diese mit Fillon.

Frankreich wählt 2017

In Umfragen für den ersten Durchgang der Präsidentenwahl liegen Fillon und die Rechtspopulistin Le Pen deutlich vorn. Deutschlands wichtigster EU-Partner wählt seinen neuen Staatschef voraussichtlich in zwei Wahlgängen am 23. April und am 7. Mai kommenden Jahres.