Potsdam - Mit einer den Hitlergruß zeigenden Wolfsskulptur vor der Brandenburger AfD-Zentrale will der Künstler Rainer Opolka vor einem Wahlerfolg der Rechtspopulisten warnen. Zudem will er in Potsdam dem AfD-Spitzenkandidaten Andreas Kalbitz einen offenen Brief überreichen, wie Opolka am Montag erklärte.

An der für Dienstag geplanten Aktion ist auch die Vorsitzende des Förderkreises Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Lea Rosh, beteiligt. Opolka erklärte zur Begründung der Aktion, Kalbitz marschiere „gemeinsam mit Rechtsradikalen und Neonazis“, die „unverblümt den Hitlergruß zeigten“.

Künstler: Wölfe sind "immer da, wo Menschenrechte gefährdet sind"

Der Brandenburger Künstler kritisiert mit seinen in Bronze gegossenen Wölfen immer wieder rechte Vorfälle oder Tendenzen in der Gesellschaft. Nach eigenen Angaben erscheint er „immer da, wo Menschenrechte und Demokratie gefährdet sind“.

Bislang war er demnach an 16 Orten. Nach der Ermordung des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke stellte Opolka in der nordhessischen Stadt acht Wölfe auf. Die Ermittlungen im Mordfall Lübcke führt die Bundesanwaltschaft, die von einem rechtsextremen Hintergrund der Tat ausgeht.

Wolf spielt auf Rede von Bjönr Höcke an

Der Wolf stehe für die sogenannte Wolfsmoral, so der Künstler. Sie vergiftete das Denken und senke die Schwellen des Sagbaren. Darüberhinaus habe AfD-Politiker Björn Höcke den Wolf im Zusammenhang mit der AfD selbst ins Spiel gebracht.

Eine Aussage des Reichspropagandaministers Joseph Goebbels abwandelnd, habe Höcke beim sogenannten Kyffhäusertreffen seiner Partei 2018 festgestellt: „Heute lautet die Frage Schaf oder Wolf. Und ich, liebe Freunde, meine hier, wir entscheiden uns in dieser Frage: Wolf.“. (BLZ/afp)