In vielerlei Hinsicht wiederholten sich die Gräueltaten der Briten und der Sowjets im Afghanistan des 21. Jahrhunderts. Bei den Tätern handelte es sich allerdings um die Soldaten der Nato, die 2001 ihrem Einsatz am Hindukusch unter US-Führung den euphemistischen Namen „Operation Enduring Freedom“ gab. Im Folgenden werden mehrere Kriegsverbrechen westlicher Truppen ausführlich geschildert. Es handelt sich hierbei um Ereignisse, die sich in den letzten Jahren ereignet haben. Aufgrund ihrer Brutalität haben sie sich in das kollektive Gedächtnis weiter Teile der afghanischen Gesellschaft eingebrannt. Sie haben dazu geführt, dass die Menschen in den betroffenen Regionen die westlichen Soldaten zunehmend als das betrachteten, was sie waren: brutale Besatzer.

Sie sind auch ein Grund dafür, dass militante Gruppierungen, allen voran die Taliban, in den letzten Jahren massiven Zulauf verzeichnen konnten und mittlerweile in vielen Regionen Afghanistans vor einem Siegeszug stehen. Es handelt sich bei den genannten Verbrechen lediglich um einen Bruchteil dessen, was sich in den letzten zwanzig Jahren in Afghanistan abgespielt hat. Wer die Situation vor Ort kennt, weiß, wie problematisch die Dokumentierung von zivilen Opfern bis heute ist. Dies hat nicht nur mit der schwierigen Zugänglichkeit der Tatorte zu tun, sondern auch mit eindeutigen politischen Interessen.

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