Die schlimmsten Bilder des Krieges sind jene, die die Öffentlichkeit nicht zu sehen bekommt. Es gibt keine Bilder von den Menschen – Frauen, Kinder, alte und junge Menschen – in den grauenhaften Lagern in Libyen, in denen Migranten eingesperrt und gefoltert werden.

Es gibt auch keine Bilder von jenen Menschen, die täglich im Mittelmeer ertrinken, „auf der Flucht ertrunken“, müsste es heißen, beim Versuch, Europa zu erreichen – einem Europa, dass längst eine Festung ist, in der den Wohlhabenden der Erde das Pathos über das Elend der Welt leicht über die Lippen kommt. Sie verschanzen sich hinter wohlfeilen Formalismen, sprechen gewissenhaft von „Afghaninnen und Afghanen“, so viel Korrektheit muss sein, und beklagen mit treuherzigen Blicken ins Nichts die „herzzerreißenden, erschütternden und furchtbaren Bilder“ (Dietmar Bartsch, Linke), die „kaum auszuhaltenden Bilder“ (Annalena Baerbock, Grüne), die „Bilder, die wir ertragen müssen“ (Jürgen Hardt, CDU).

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